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US-Präsidentschaftswahl
Clinton nimmt Nominierung an - und knöpft sich Trump vor

Fotos: Hillary wird offiziell um das Präsidentenamt kämpfen
Fotos: Hillary wird offiziell um das Präsidentenamt kämpfen FOTO: dpa, cjg msc
Philadelphia. Es ist offiziell: Hillary Clinton nimmt ihre Nominierung als Präsidentschaftskandidatin an. In ihrer großen Rede auf dem Parteitag der Demokraten empfahl sich die Ex-Außenministerin als Krisenmanagerin - und attackierte ihren Kontrahenten Donald Trump.

Erstmals in der US-Geschichte schickt eine große Partei eine Frau ins Rennen ums Weiße Haus. Am Donnerstag nahm die frühere Außenministerin, Senatorin und First Lady Hillary Clinton in Philadelphia ihre Nominierung als Präsidentschaftskandidatin offiziell an. 

US-Demokraten nominieren Hillary Clinton FOTO: afp, aa

Clinton wandte sich am Abend in einer großen Rede an den Parteitag der Demokraten. Den Amerikanern empfahl sie sich als eine erfahrene Krisenmanagerin, die für die Herausforderungen der Welt gerüstet sei.

Als Präsidentin werde sie mit allen Amerikanern und den Verbündeten der USA im Anti-Terror-Kampf zusammenarbeiten. "Wir sehen mit klarem Blick, mit was es unser Land da zu tun hat", sagte sie mit Blick auf extremistische Gewalt. "Aber wir haben keine Angst."

Clinton hat zudem den Nato-Allierten für den Fall ihrer Wahl zur Präsidentin ihre ungeteilte Unterstützung zugesagt. "Ich bin stolz darauf, unseren Alliierten in der Nato beizustehen, gegen alle Bedrohungen, denen sie gegenüberstehen, darunter auch aus Russland." Clinton trat damit ihrem Gegenkandidaten der Republikaner, Donald Trump entgegen. Dieser hatte vor kurzem erklärt, die Hilfe der USA hänge davon ab, ob die Partner ihre Schulden beglichen hätten.  

Mit scharfen Worten versuchte sich Clinton von Trump abzusetzen und sprach ihm jede Eignung für das Weiße Haus ab. "Stellt ihn euch in einer echten Krise im Oval Office vor", sagte die 68-Jährige - und nahm dessen Twitter-Leidenschaft aufs Korn. "Ein Mann, den man mit einem Tweet ködern kann, ist kein Mann, dem wir Nuklearwaffen anvertrauen können."

Hillary Clinton: US-Präsidentschaftskandidatin 2016 FOTO: afp, js

Angriffe gegen Trumps Äußerungen

Zudem griff sie Trumps Äußerung in seiner Parteitagsrede vor den Republikanern vergangene Woche an, in der er erklärt hatte, dass nur er "das System" reparieren könne. Diese Worte sollten "bei uns allen die Alarmglocken schrillen" lassen, sagte Clinton. Die Amerikaner sollten niemanden glauben, der erkläre: "Ich allein kann es richten." 

Clinton gestand zugleich aber Versäumnisse ihrer Partei ein. Die Demokraten hätten arbeitenden Familien nicht gut genug vermittelt, dass sie deren Los nachvollziehen könnten. "Schrecklich viele Leute finden, dass ihrer Arbeit immer weniger Respekt" entgegen gebracht werde. Dabei seien Amerikaner willens, hart zu arbeiten.

Konjunkturprogramm angekündigt

Clinton sagte, sie wolle in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit das massivste Konjunkturprogramm seit Ende des Zweiten Weltkrieges auf die Beine stellen. Dadurch sollten Arbeitsplätze unter anderem im Bereich der Öko-Energien, der Infrastruktur und der kleinen Unternehmen geschaffen werden.

Ihren Zuhörern empfahl sich Clinton als Vorkämpferin der Eintracht.
"Ich will eine Präsidentin für Demokraten, Republikaner, Unabhängige sein, für die Strauchelnden, für die Kämpfenden und die Erfolgreichen. Für jene, die mich wählen und jene, die es nicht tun", erklärte sie.

Der Appell dürfte nicht zuletzt auf ihre parteiinternen Kritiker gemünzt sein. Viele Anhänger ihres Vorwahl-Rivalen Bernie Sanders können sich weiter nicht damit abfinden, dass Clinton das Rennen um die Nominierung gemacht hat. Zuletzt waren interne E-Mails der Demokratischen Partei aufgetaucht, die nahelegen, dass die Parteispitze Sanders bei den Vorwahlen benachteiligte. Umfragen zufolge vertrauen viele Menschen Clinton nicht.

(rls/felt/AP/AFP/dpa)
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