US-Vorwahlen: Hillary Clinton schlägt zurück
zuletzt aktualisiert: 09.01.2008 - 06:46Manchester (RPO). Totgesagte leben länger: Hillary Clinton hat sich mit einem überraschenden Sieg bei den Vorwahlen in New Hampshire zurückgemeldet. Sie schlug ihren Widersacher Barack Obama allen Umfragen zum Trotz in einem packenden Kopf-an-Kopf-Rennen. Jetzt sind bei den Demokraten die Karten neu gemischt. Auch bei den Republikanern gab es eine kleine Überraschung: John McCain siegte deutlich vor Mitt Romney.
Clinton setzte sich gegen ihren schärfsten Rivalen Barack Obama knapp mit 39 zu 36 Prozent für sich, wie aus Zwischenergebnissen hervorging. John Edwards folgte demnach abgeschlagen mit 17 Prozent auf Position drei. Bei den Republikanern errang Senator John McCain 38 Prozent der Stimmen, sein schärfster Konkurrent Mitt Romney kam auf 28 Prozent. An dritter Stelle lag Ex-Gouverneur Mike Huckabee, der am Donnerstag vergangener Woche die Vorwahl im Staat Iowa gewonnen hatte.
Ihren Anhängern rief Clinton zu: "Nun muss Amerika ein Comeback erleben, wie ich es eben in New Hampshire erlebt habe." Anders als in Iowa, wo sie sich Obama klar geschlagen geben musste, konnte Clinton einer Nachwahlbefragung des Senders Fox News zufolge vor allem die die weiblichen Parteianhänger von sich überzeugen.
Hillary punktet bei Frauen
Knapp jede zweite Frau stimmte für sie, etwa jede dritte für Obama. Ihr Kontrahent blieb jedoch auch in New Hampshire der Favorit der jüngeren Wähler. Von ihnen stimmte jeder Zweite für Obama, nur knapp 28 Prozent sprachen sich für Clinton als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten aus.
Obama, der nach Meinungsumfragen als klarer Favorit in New Hampshire angetreten war, räumte seine Niederlage ein und gratulierte Clinton zu einem "hart erkämpften Sieg". Der Senator von Illinois richtete seinen Blick jedoch gleichzeitig nach vorn: "Wir wissen, dass der Kampf nach vorn hart sein wird, aber erinnert euch immer daran, dass der Kraft von Millionen von Stimmen, die einen Wechsel fordern, nichts im Weg stehen kann."
Senator McCain sagte: "Wir haben den Menschen im Land gezeigt, wie ein richtiges Comeback aussieht." Er wolle nun bei den nächsten Vorwahlen in Michigan am 15. Januar und in South Carolina am 19. Januar siegen und sich die Nominierung der Republikaner als Präsidentschaftskandidat sichern.
"Er ist von den Toten aufgestanden"
McCains Sprecher Mark McKinnon sagte im Sender Fox News: "Er ist von den Toten auferstanden, niemand hätte das gedacht, er hat es durch puren Mut geschafft." In den vergangenen Monaten war der Senator in Umfragen stark abgerutscht. Sein Wahlkampfteam stand vor der finanziellen Pleite, er musste viele Mitarbeiter entlassen. Im Jahr 2000 hatte McCain schon einmal in New Hampshire gesiegt, war dann aber im weiteren Nominierungsrennen George W. Bush unterlegen.
McCains Mitbewerber Romney räumte die Niederlage ein. "Ich hätte lieber die Goldmedaille gehabt, nun ist es wieder Silber", sagte er. Beim Auftakt der US-Vorwahlen in Iowa war Romney am Donnerstag ebenfalls Zweiter geworden. Romney kündigte vor jubelnden Anhängern an, weiter im Rennen zu bleiben. In Iowa hatte Ex-Gouverneur Huckabee gesiegt, der in New Hampshire kaum Wahlkampf betrieben hatte. Huckabee setzt auf weitere Siege bei den anstehenden Vorwahlen im Süden der USA.
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