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Wahlkampf in den USA
Bush attackiert Trump: "Er ist ein Trottel"

Fotos: Jeb Bush – US-Präsidentschafts-Kandidat
Fotos: Jeb Bush – US-Präsidentschafts-Kandidat FOTO: dpa, pm ks htf
Contoocook . An scharfer Rhetorik ist der Vorwahlkampf der Republikaner wahrlich nicht arm, doch nun liefern sich Jeb Bush und Donald Trump ein Duell gegenseitiger Beleidigungen. "Selbsttherapie" sei das für ihn, sagt der angeschlagene Bush.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Jeb Bush hat seine Verbalattacken gegen den in Umfragen führenden Rivalen Donald Trump verschärft. "Ich muss mir das von der Seele reden: Donald Trump ist ein Trottel", erklärte Bush am Samstag spontan bei einem Auftritt in Contoocook im US-Staat New Hampshire, wo er sich Fragen von Bürgern stellte. Zudem stellte er Trumps Erfahrung bei der Außenpolitik infrage und äußerte harsche Kritik an dessen Äußerungen über Frauen, Bürger lateinamerikanischer Herkunft und Behinderte. Der Gescholtene schoss bei in Iowa mit Seitenhieben auf Bush zurück.

Bushs Frustration kommt nicht überraschend. Der Ex-Gouverneur von Florida sowie Sohn und Bruder der ehemaligen Präsidenten George und George W. Bush galt einst als Favorit der republikanischen Basis im Rennen um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat. Doch seine Kampagne kam bisher kaum in Tritt, seine landesweiten Umfragewerte dümpeln bei unter fünf Prozent.

Fotos: Tycoon, Unternehmer und Präsidentschaftskandidat FOTO: afp, so

Trump hingegen dominiert das Feld der republikanischen Bewerber weiterhin, manche Erhebungen sehen den Immobilientycoon bei fast 40 Prozent Zustimmung. Dabei scheinen dem Quereinsteiger umstrittene Äußerungen - etwa seine kürzliche Forderung nach einem vorläufigen Einreiseverbot für Muslime in die USA - nicht zu schaden.

Seine verschärfte Kritik an Trump begründete Bush allerdings mit den außenpolitischen Vorstellungen seines Rivalen. "Er hat keine Ahnung", sagte Bush mit Verweis auf Trumps Auftritt bei der letzten TV-Debatte der republikanischen Bewerber in Las Vegas diese Woche. Dort hatte der Milliardär auf die Frage zu seiner Haltung zu der sogenannten nuklearen Triade - dem US-Atomarsenal aus land- und seegestützten Interkontinentalraketen und strategischen Bomben - eine als kryptisch und zusammenhanglos kritisierte Antwort abgegeben.

Donald Trump und Co. – Promis in der Politik FOTO: ap

Bush bezeichnete seine Attacken auf Trump zudem als Rettungsversuch der Republikanischen Partei. "So ein Typ sollte nicht der führende Kandidat unserer großen Partei sein - so gewinnen wir nicht", sagte Bush. Im Übrigen sei die Kritik an Trump für ihn "Selbsttherapie", fügte er hinzu.

Trump selbst hatte bei einer Wahlkampfrede in Cedar Rapids in Iowa ebenfalls etwas an Bushs Auftritt in der TV-Debatte auszusetzen. Es sei traurig gewesen, ihm zuzusehen, sagte Trump vor rund 1000 Zuhörern. Zudem bezeichnete er den Ex-Gouverneur von Florida als "nahezu inkompetent."

Schon bei der republikanischen Vorwahl im Februar 2016 könnte sich für Bush entscheiden, ob er seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Partei fortsetzen kann oder nicht. In dem Staat liegt allerdings Trump vorne. Die eigentliche Präsidentschaftswahl findet im November nächsten Jahres statt.

(spol/ap)
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