kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
panorama obama rede zuhörer AFP 2008
  Foto: AFP
Kommentare ()

Obamas überzeugt mit Rede bei Parteitag: Jubel, Begeisterung, Ergriffenheit

zuletzt aktualisiert: 29.08.2008 - 11:00

Denver (RPO). Es war die wichtigste Rede in der Karriere von Barack Obama - und der demokratische Präsidentschaftskandidat ließ sie in einem grandiosen Spektakel enden. Die Parteitagstrategen haben ganze Arbeit geleistet: Jubel, Begeisterung, Ergriffenheit allerorten. Auch die Umfragewerte für Obama zogen an - doch das muss nicht von Dauer sein.

Trommelwirbel und Trompetenstöße schallten aus den Lautsprechern, Feuerwerk erleuchtete über den Köpfe der rund 80.000 Zuschauer den Nachthimmel über dem Invesco-Stadion von Denver.

Und der Schlachtruf, mit dem Obama seine Rede beendete, hallte noch lange nach: "Amerika, es gibt kein Zurück mehr." Auf zu neuen Zeiten also: In seiner Nominierungsrede vor Millionen Fernsehzuschauern hat sich Obama erneut als Meister der politischen Verzauberung inszeniert - und mit Angriffslust gegen die Republikaner jene widerlegt, die ihn als zu weich ansehen. Die Partei dankte mit tosendem Jubel.

Augenwimpern weggeheult

Und nicht nur die. Obama hat die erfolgreichste und einflussreichstes TV-Persönlichkeit der USA zu Tränen gerührt: "Ich habe mir die Augenwimpern weggeheult", gestand Talkshow-Star Oprah Winfrey nach der seiner Rede.

"Ich denke, das ist das beeindruckendste Ereignis, das ich je erlebt habe." Winfrey stellte Obamas Rede auf eine Stufe mit der legendären "I Have a Dream..."-Ansprache Martin Luther Kings vor 45 Jahren und berühmten Reden Franklin Delano Roosevelts und Abraham Lincolns. "Er ist nicht ein afroamerikanischer Kandidat", betonte Winfrey. "Er ist ein Kandidat für Amerikaner."

Sogar aus einer der einflussreichsten republikanischen Familien der USA wurde dem demokratischen Kandidaten Unterstützung zugesichert. Susan Eisenhower, die Enkelin von US-Präsident Dwight D. Eisenhower, warb für den Senator aus Illinois. "Ich glaube, Barack Obama hat die Energie und das Temperament, dieses Land zu führen", sagte die Frau mit dem illustren Namen unter dem Jubel der mehr als 80.000 Parteitagsbesucher. Die Partei ihres Großvaters, die Republikaner, hätten unter der Führung der derzeitigen Regierung "moralisch versagt", sagte Eisenhower.

Ihr kurze Ansprache schloss Susan Eisenhower mit Obamas Schlachtruf: "Yes We Can". Die 56-jährige Politikberaterin war fast ihr ganzes Leben lang Mitglied der Republikanischen Partei, der auch schon ihr berühmter Großvater angehört hatte. Wenige Tage vor dem Demokraten-Parteitag hatte sie ihren Austritt aus der Partei erklärt, sie ist nun parteiunabhängig.

Umfragewerte verbessert

Nach einer neuen Umfrage des Instituts Gallup ist es Obama während des Parteitags gelungen, seinen Vorsprung vor dem Republikaner McCain zurückzuerlangen. Demnach führte er in der Wählergunst mit 48 zu 42 Prozent.

In der US-Presse wird von vielen Kommentatoren jedoch bezweifelt, ob Obama diesen Vorsprung wird halten können. Denn es ist durchaus üblich, dass die Kandidaten gestärkt aus ihrem Wahlparteitag hervorgehen, und die Versammlung der Republikaner steht erst in der nächsten Woche an.

So schreibt etwa die "Minneapolis Star Tribune", das Problem vieler Amerikaner mit dem frisch gekürten Kandidaten sei, dass sie auch nach einem 20 Monate dauernden Vorwahlkampf noch immer noch nicht wüssten, wer Barack Obama eigentlich ist. Genau diesen Aspekt hätte die Rede am Donnerstagabend überhaupt nicht beleuchtet.

Obamas Mitarbeiter geben sich gelassen. "Wir wählen schließlich nicht im August, sondern im November", wird Obamas Beraterin Anita Dunn bei "Fox News" zitiert. Auch wenn der große Umfrageschub ausgeblieben sei, hätte man jedoch bemerkt, "dass wir in dieser Woche einen großen Fortschritt gemacht haben."

Deutsche Politiker begeistert

Auch diesseits des Atlantiks wurde der Auftritt Obamas genau verfolgt. Deutsche Politiker unterschiedlicher Parteien haben sich beeindruckt von der Rede gezeigt. Der Regierungskoordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt, sagte am Freitag: "Ich fand ihn besonders stark, als er Amerika nicht als militärische Macht darstellte, sondern als Idee und Versprechen - nicht nur für die amerikanischen Bürger, sondern für die ganze Welt." Mit seinen innenpolitischen Versprechen begegne Obama sehr gut den dramatischen sozialen Gegensätzen der Vereinigten Staaten. Insbesondere seine Herkunft und Lebensgeschichte überzeuge die Menschen.  

Grünen-Parteichef Reinhard Bütikofer lobte an der Grundsatzrede den offensiven Charakter und die außen- und sicherheitspolitischen Einlassungen. "Obama versteht nicht nur, wo bei den Amerikanern innenpolitisch der Schuh drückt, sondern er versteht auch das Land nach außen gut zu vertreten", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast erhofft sich von Obama, dass die Außenpolitik "endlich wieder durch Kooperation und gegenseitigen Respekt bestimmt sein wird".

Der FDP-Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff sagte im Südwestrundfunk: "Ich habe die Rede eines Mannes gehört, der sicher geeignet ist, Präsident zu werden." In seiner Rede habe Obama vor allem mit innenpolitischen Aspekten gepunktet.

Alle Infos zum Wahlkampf in den USA in unserem Special.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Adolf Sauerland bangt um sein Amt

Bürgerentscheid am Sonntag

Adolf Sauerland bangt um sein Amt

Duisburgs Oberbürgermeister (CDU) muss sich am Sonntag einem Bürgerentscheid stellen. Wenn ... mehr 

Griechenland taumelt ins Chaos

Euro-Krise spitzt sich zu

Griechenland taumelt ins Chaos

Gibt es im griechischen Parlament am Sonntag keine Mehrheit für neue Spar- und Reformschritte, wird Athen der Geldhahn zugedreht. Bundeskanz ... mehr 

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Autokamera filmt riesigen Lichtkegel

Das Video könnte auch aus einem Science-Fiction-Film sein. Blogger jedoch wollen herausgefunden haben, dass es die Explosion eines ... mehr 

Gewalt in Syrien

28 Tote bei Explosionen in Aleppo

Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende. In Aleppo sprengten sich zwei Selbstmordattentäter mit ihren Autos in die Luft und rissen 28 Menschen in den Tod. mehr

 
 

Streit um kostenlose Pille

Obama beugt sich Konservativen

 

Zahl der befristeten Verträge soll sinken

Spanien verabschiedet Arbeitsmarktreform

 

Bilder vom Einsatz in Afghanistan

US-Soldaten wegen Nazi-Fahne verwarnt

 

Marineinfanterie in Afghanistan

US-Soldaten posieren vor SS-ähnlicher Fahne

Top-Services