Humor im Wahlkampf gefragt: Letterman nimmt McCain auf die Schippe
zuletzt aktualisiert: 02.04.2008 - 06:27New York (RPO). Humor ist bei den US-amerikanischen Wählern traditionell beliebt. Ein Präsident sollte sich auch auf die Schippe nehmen könne. Dass John McCain es in dieser Eigenschaft durchaus mit einem George W. Bush aufnehmen kann, stellte er jetzt bei TV-Moderator David Letterman unter Beweis.
der nämlich nahm seinen Talkshowgast John McCain bei der Aufzeichnung zur Sendung "Late Show" kräftig auf die Schippe. McCain blieb seinem Gegenüber aber nichts schuldig. Letterman witzelte zunächst, der Senator aus Arizona erinnere ihn an "den Kerl im Eisenwarenladen, der die Schlüssel macht" oder an "den Kerl, der nicht aufhören kann zu erzählen, wie gut seine Tomaten wachsen". Nachdem er dann noch hinzufügte, McCain sehe aus wie "der Kerl, der auf die Flecken zeigt, die sie bei der Autowäsche übersehen haben", erschien der Senator auf der Bühne.
"Sie glauben, dass das ziemlich witzig ist, oder?" fragte McCain. "Nun, Sie sehen aus wie ein Kerl, dessen Laptop von den Behörden beschlagnahmt würde." Außerdem sehe sein Gastgeber aus wie jemand, der dabei erwischt wurde, Reptilien in seiner Hose zu schmuggeln. Ferner verglich er Letterman noch mit dem Manager eines gruseligen Motels, einem Kerl, der es genießt, wie sich seine Badehose in einem Whirlpool aufbläht und mit einem Kerl, über den die Nachbarn später sagen: "Er hat überwiegend sehr zurückgezogen gelebt".
Auch Clinton witzelt
Später unterhielten sich die beiden dann auch noch über ernstere Themen wie die Krise am Finanzmarkt, den Irak-Krieg, das Gefangenenlager auf Guantanamo und die Lage in Kuba. Auch die beiden Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten, Hillary Clinton und Barack Obama, traten bereits in Lettermans Show auf.
Auch Hillary Clinton versuchte es am Dienstag mit einem Aprilscherz. Im Dauerduell der US-Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur hat die Senatorin ihrem Rivalen Barack Obama vorgeschlagen, die Entscheidung in einer Bowlingpartie zu suchen.
"Ich fordere Senator Barack Obama auf, die Sache auszuspielen", sagte Clinton am Dienstag in Philadelphia vor Journalisten, die den Vorschlag umgehend als Aprilscherz entlarvten. "Wir müssen endlich etwas tun, damit unsere Partei und das Volk die Entscheidung treffen können." Der Bowlingabend solle im US-Bundesstaat Pennsylvania stattfinden, wo die Demokraten am 22. April ihre nächsten Vorwahlen abhalten.
Mit ihrem Scherz spielte Clinton auf einen Besuch Obamas in einer Bowlinghalle in Pennsylvania an; die Bowlingversuche des Kandidaten waren ohne Erfolg geblieben. Zuvor hatte sich Clinton bereits mit dem von Sylvester Stallone verkörperten Film-Helden "Rocky" verglichen; der Film war teilweise in Philadelphia gedreht worden, wo "Rocky" in einer berühmten Szene die Treppen vor dem Kunstmuseum hinaufhechtete.
"Rocky und ich haben vieles gemeinsam", sagte Clinton in der Stadt. "Ich werfe niemals hin, ich gebe niemals auf. " Für Obama hatte sie Spott übrig: "Senator Obama sagt, er wird des Wahlkampfs langsam müde. Können Sie sich vorstellen, dass Rocky Balboa nur die Hälfte der Stufen zum Kunstmuseum nimmt und dann sagt: 'Also, das reicht nun aber auch'?"
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