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US-Senator erklärt Kandidatur
Marco Rubio will gegen Hillary Clinton antreten

Marco Rubio tritt gegen Hillary Clinton an
Marco Rubio will ins Weiße Haus einziehen. FOTO: ap
Washington . Der nächste Bewerber wirft seinen Hut in den Ring: Marco Rubio bewirbt sich um die Kandidatur seiner Partei bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016.

Er fühle sich besonders geeignet, über die Verteidigung des amerikanischen Traums zu sprechen, sagte der republikanische US-Senator am Montag seinen wichtigsten Wahlkampfspendern.

Bei der Wahl im kommenden Jahr gehe es um eine Entscheidung zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Bewerberin der Demokraten, die frühere First Lady und Außenministerin Hillary Clinton, sei eine Führerin von gestern.

Der 43-jährige Rubio ist der dritte Republikaner, der seine Kandidatur offiziell bekanntgegeben hat. Vor ihm haben sich schon seine Senatskollegen Ted Cruz und Rand Paul um die Nominierung durch die Republikaner beworben. Außerdem wird erwartet, dass Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush seinen Hut in den Ring wirft. Bei den Demokraten ist Clinton die bislang einzige ernsthafte Bewerberin.

Einige wichtige Fakten über den Politiker:

IN KÜRZE:

Marco Rubio sitzt seit 2011 für den Staat Florida im US-Senat. Er gewann die Wahl als Kandidat der rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung, versucht aber, nicht nur mit deren Themen Haushaltsdisziplin und Beschränkung der Regierung zu punkten. Mit 43 Jahren könnte Rubio viele junge Leute ansprechen, eine Wählergruppe, mit der die Republikaner bisher ihre Schwierigkeiten hatten. Der Sohn kubanischer Einwanderer hat sich zudem für eine Überarbeitung des US-Einwanderungsrechts stark gemacht. Das dürfte ihm Sympathien bei der wachsenden Zahl spanischsprachiger Wähler einbringen und Ärger mit der eigenen Partei. Ein weiteres Problem für ihn ist sein einstiger Mentor: Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush strebt wohl selbst nach dem Präsidentenamt.

DAS PERSÖNLICHE:

Rubios Eltern wanderten bereits vor der Revolution aus Kuba in die USA ein. Seine Mutter arbeitete als Dienstmädchen, sein Vater war Barkeeper. Rubio studierte in Missouri und Florida und spielte nebenbei American Football. Er hat einen Jura-Abschluss der Universität Miami. Seine Frau Jeanette war Cheerleaderin für das Footballteam der Miami Dolphins. Die beiden haben vier Kinder.

POLITISCHE KARRIERE:

Noch als Student engagierte sich Rubio im Präsidentschaftswahlkampf 1996 für den republikanischen Kandidaten Bob Dole. Zwei Jahre später eroberte er einen Sitz im Repräsentantenhaus von Florida. 2007 wurde er als erster Nachfahre lateinamerikanischer Einwanderer Parlamentspräsident in Florida. 2009 kündigte er seine Kandidatur für den US-Senat an. Obwohl die Parteiführung Gouverneur Charlie Crist favorisierte, warf Rubio diesen in der Vorwahl aus dem Rennen. Crist trat daraufhin als unabhängiger Kandidat an. Rubio besiegte ihn jedoch erneut.

SCHLÜSSELMOMENTE:

Rubio hat sich dem Kampf für ein verbessertes US-Einwanderungsrecht verschrieben und dabei auf Parteigrenzen keine Rücksicht genommen. Immer gründlich vorbereitet gewann er in langen Verhandlungen 68 Senatorenstimmen aus beiden Parteien für einen Gesetzentwurf, der auch illegalen Einwanderern den Weg zur US-Staatsbürgerschaft geebnet hätte. Der Plan scheiterte schließlich am Widerstand konservativer Republikaner im Repräsentantenhaus. In der Einwanderungsdebatte lässt sich Rubio mittlerweile vor allem mit der Forderung nach besseren Grenzkontrollen vernehmen, die bei den Republikanern Konsens ist. Unter den Republikanern, die Rubios Einwanderungspläne im Senat ablehnten, sind seine Kollegen Ted Cruz und Rand Paul, die ihm jetzt die Präsidentschaftskandidatur der Partei streitig machen.

LESEEMPFEHLUNGEN:

Mit gerade einmal 42 Jahren veröffentliche Rubio 2013 seine Erinnerungen ("An American Son: A Memoir"). Als Abgeordneter in Florida brachte er "100 innovative Ideen für Floridas Zukunft" heraus und im Januar bereitete er mit seiner Version des amerikanischen Traums ("Die Wiederherstellung wirtschaftlicher Chancen für Jedermann") seine Kandidatur für das höchste Staatsamt vor.

(ap)
 
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