Rücktritt nach Beleidigung: Obama-Beraterin nennt Clinton "Monster"
zuletzt aktualisiert: 07.03.2008 - 20:03Washington (RPO). Die außenpolitische Beraterin des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama ist am Freitag zurückgetreten, weil sie Obamas innerparteiliche Konkurrentin Hillary Clinron in einem Interview als "Monster" bezeichnet hatte. Die Harvard-Professorin Samantha Power bedauerte die Beleidigung - Obama distanzierte sich.
"Ich habe unverzeihliche Äußerungen gemacht, die sich nicht mit meiner Bewunderung für Senatorin Clinton und der Geisteshaltung der Obama-Kampagne vereinbaren lassen", erklärte die Harvard-Professorin Samantha Power in einem am Freitag veröffentlichten Statement.
In einem Interview mit der schottischen Tageszeitung "The Scotsman" hatte Power zu Beginn der Woche über Obamas Gegenkandidatin Clinton gesagt: "Sie ist ein Monster, und - das bleibt jetzt unter uns - sie lässt sich zu allem herab." Sie fügte hinzu: "Man schaut sie nur an und denkt: 'Pfui!'".
Power entschuldigte sich bei Clinton und den bisherigen Kollegen in Obamas Wahlkampfteam. In einer Telefonkonferenz hatten Wahlkampfberater von Clinton zuvor Powers Rücktritt verlangt und die Personalie zu einem Prüfstein für Obama erklärt: Der Senator erklärt in seinen Wahlkampf immer wieder, Schmutzkampagnen und Parteienstreit zu verabscheuen und statt dessen mit positiven Botschaften beim Wähler punkten zu wollen.
Power hatte Obama mehr als ein Jahr in der Außenpolitik beraten. Als Expertin für Menschenrechtfsragen hatte sich die Professorin der Elite-Uni Harvard hohes Ansehen verschafft, ihre Studie über die Politik der USA gegenüber den Völkermorden des 20. Jahrhunderts fand auch außerhalb des Wissenschaftsbetriebs große Aufmerksamkeit und wurde 2003 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Sie galt für den Fall von Obamas Wahlsieg als Anwärterin auf einen hohen außenpolitischen Posten in seiner Regierung.
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