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Keine Überraschung: Obama gewinnt Vorwahl in Mississippi

zuletzt aktualisiert: 12.03.2008 - 07:06

Jackson/USA (RPO). Eine Überraschung war der Ausgang der Vorwahl nicht: Barack Obama hat sich Mississippi gesichert. Nach Auszählung von 80 Prozent der Wahlkreise kam Obama auf 59 Prozent, Konkurrentin Hillary Clinton auf 39 Prozent der Stimmen. Wegen des hohen Bevölkerungsanteils der Schwarzen war ein klarer Sieg des dunkelhäutigen Senators aus Illinois erwartet worden. In Mississippi stimmten 90 Prozent der Schwarzen, aber nur ein Drittel der weißen Wähler für Obama.

Clinton hatte sich in Mississippi auch wenig Hoffnung auf einen Erfolg gemacht. Sie blieb bereits bei früheren Vorwahlen in den Südstaaten der USA ohne Sieg. Die New Yorker Senatorin setzt auf die nächste Vorwahl in Pennsylvania, die aber erst am 22. April stattfindet. In Mississippi ging es um 33 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im August, in Pennsylvania werden 158 Delegierte bestimmt.

Obama hoffte, nach seinem Sieg bei den Parteiversammlungen am Samstag in Wyoming mit einem deutlichen Erfolg in Mississippi die Verluste wieder ausgleichen zu können, die er durch die Niederlagen in Ohio, Rhode Island und Texas erlitten hatte.

Ersten Berechnungen zufolge gewann Obama mindestens 17 weitere Delegierte hinzu, Clinton elf. Bislang hat Obama nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP 1.596 Delegierte auf seiner Seite, bei Clinton sind es 1.484. Für die Kandidatur bei der Präsidentenwahl am 4. November sind mindestens 2.025 Stimmen erforderlich.

Bei den Demokraten ist es aber inzwischen fraglich, ob in den Vorwahlen bereits eine Entscheidung fällt. Derzeit scheint es eher unwahrscheinlich, dass einer der Kandidaten die notwendige Mehrheit zusammenbekommt. Dann geben die 800 sogenannten Superdelegierten, zumeist gewählte Parteifunktionäre und Mandatsträger, den Ausschlag, wer als Präsidentschaftskandidat ins Rennen geht. Dort führt Clinton bislang mit 247 zu 211 Stimmen.

In der Republikanischen Partei steht bereits John McCain als Kandidat fest.

Unterdessen verschärfte sich der Ton zwischen beiden Wahlkampf-Teams weiter. Obamas Wahlkampfchef David Axelrod forderte Clintons Team zur Entlassung einer prominenten Beraterin auf, die sich zu Obamas Hautfarbe geäußert hatte. Die Kritik von Clintons Beraterin Geraldine Ferraro an Obama sei "heimtückisch" und "beleidigend", sagte Axelrod.

Ferraro hatte in einem Interview mit der kalifornischen Zeitung "Daily Breeze" gesagt, Obama profitiere im Wahlkampf von seiner Hautfarbe. "Wenn Obama ein weißer Mann wäre, wäre er nicht in dieser Position", wurde Ferraro zitiert. "Wenn er eine Frau wäre, wäre er nicht in dieser Position. Er kann glücklich sein, dass er ist, was er ist."

Ferraro hatte 1984 an der Seite des demokratischen Spitzenkandidaten Walter Mondale für das Amt der US-Vizepräsidentin kandidiert; die Wahl ging an den republikanischen Amtsinhaber Ronald Reagan verloren. In Clintons Wahlkampfteam dient Ferraro als Finanzberaterin und Rednerin. Clinton äußerte sich zunächst nicht zu den Äußerungen ihrer Beraterin.

Ihr Sprecher Howard Wolfson sagte der Politikwebseite "Politico.com": "Wir stimmen ihr (Ferraro) nicht zu." In der vergangenen Woche hatte eine außenpolitische Beraterin Obamas ihren Posten aufgeben müssen, nachdem sie Clinton als "Monster" verunglimpft hatte.

Quelle: ap

 
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