Spaltung der US-Bürger: Obama kritisiert Zusammenleben der Hautfarben
zuletzt aktualisiert: 18.03.2008 - 17:45Philadelphia (RPO). In den USA herrscht nach Meinung des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama eine Kluft zwischen den Weißen und den Schwarzen. In einer Rede in Philadelphia kritisierte Obama am Dienstag das Zusammenleben der Hautfarben.
Eine Generation nach der anderen habe aber demonstriert, dass es verbessert werden könne. Er distanzierte sich erneut von seinem Geistlichen Jeremiah Wright, der den USA eine Mitschuld an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gegeben hatte.
Obama betonte, er verstehe die Emotionen auf beiden Seiten und sprach von einem Stillstand, in dem die Gesellschaft seit Jahren gefangen sei. "Aber die Wut ist real", sagte Obama. "Sie zu verurteilen, ohne ihre Wurzeln zu kennen, verstärkt nur die gewaltigen Missverständnisse zwischen den Rassen."
Der Senator, Sohn eines schwarzen Vaters und einer weißen Mutter, äußert sich nur selten zu seiner Hautfarbe. In seiner Rede sprach er jedoch über Sklaverei, den Prozess gegen O.J. Simpson und die Hilfsbemühungen nach dem Hurrikan "Katrina".
Zu seinem umstrittenen geistlichen Beistand sagte Obama, Weiße und Schwarze hätten sich zu Recht durch Wrights Rede beleidigt gefühlt. Er wolle den Mann, der ihn zum christlichen Glauben inspiriere, ihn traute und seine Töchter taufte, jedoch nicht verstoßen.
"Ich kann ihn genauso wenig verleugnen, wie ich die schwarze Gemeinde verleugnen kann", sagte Obama. "Ich kann ihn genauso wenig verleugnen, wie ich meine weiße Großmutter verleugnen kann." Diese Frau habe viele Opfer für ihn gebracht, aber auch rassistische Stereotype geäußert. Obama erinnerte an den Rassismus in den USA in der Vergangenheit und erklärte, die Wut über diese Geschehnisse entlade sich in schwarzen Kirchengemeinden oft in den Sonntagspredigten.
Wright, Pastor einer Kirchengemeinde in Chicago, hatte am Sonntag nach dem 11. September 2001 erklärt, die USA hatten die Anschläge mitverursacht. Seine auf Video aufgezeichneten Äußerungen waren im Fernsehen und im Internet zu sehen.
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