Vorwürfe werden lauter: Palin fischt nach Clinton-Unterstützerinnen
zuletzt aktualisiert: 14.09.2008 - 21:07Washington (RPO). Im Kampf ums Weiße Haus stehen die Kandidaten für die Vizepräsidentschaft derzeit im Fokus - allen voran Sarah Palin. Die Republikaner hoffen, dass sie ehemalige Unterstützer von Hillary Clinton auf ihre Seite ziehen kann. Doch die erzkonservative Gouverneurin wirft mehr Fragen auf als sie benatwortet: Vorwürfe über Klüngeleien und Intrigen belasten das Image der Sauberfrau.
Die vor kurzem in der US-Politik noch nahezu unbekannte Palin ist schnell zum Star der Republikanischen Partei avanciert, nachdem John McCain sie zu seiner Vizekandidatin machte. Mit einer kämpferischen Rede auf dem Parteitag erregte die Gouverneurin aus dem fernen Alaska landesweit Aufsehen. Unterstützung bekam sie umgehend aus der Wählergruppe der weißen Frauen. Diese stellten auch am Samstag die Mehrheit bei ihrem Auftritt in einem Eishockey-Stadion in Carson City in Nevada.
McCains Strategen hoffen, dass Palin auch Anhängerinnen der einstigen demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zu den Republikanern ziehen kann. Sie sei sicher, dass der demokratische Kandidat Barack Obama es inzwischen bedauere, die New Yorker Senatorin nicht zu seiner Vizekandidatin gemacht zu haben, erklärte Palin selbst in einem Interview des Senders ABC. Dabei lobte sie ausdrücklich Clintons "Zielstrebigkeit und Entschlossenheit" im Vorwahlkampf.
Das klang allerdings zu Beginn des Jahres noch ganz anders. Damals warf Palin Clinton vor, auf die heftigen Attacken im Vorwahlkampf weinerlich zu reagieren. Die demokratische Abgeordnete Debbie Wasserman-Schultz erklärte deshalb im Namen von Obamas Wahlkampfteam: "Sarah Palin sollte uns ihre künstlichen Gefühle ersparen".
Dunkle Schatten über Palin
Ganz klar: Palin befindet sich derzeit auf dem Höhenflug. Gleichzeitig tauchen Vorwürfe gegen "Sarah Barracuda", wie sie früher genannt wurde, auf. Jüngst wurde bekannt, dass bei der in Alaska laufenden Untersuchung gegen sie wegen eines möglichen Machtmissbrauchs will der Ermittler auch Palins Ehemann Todd vernehmen. Der frühere Staatsanwalt Stephen Branchflower beantragte die Vorladung von insgesamt 13 Zeugen, darunter Todd Palin. Dieser sei eine "zentrale Figur", sagte Branchflower am Freitag. Er fügte hinzu, er wolle auch Palin selbst befragen, habe aber bislang keine Vorladung beantragt.
In Alaska untersucht ein Ausschuss, ob die Gouverneurin Palin ihr Amt missbraucht hat, als sie den Beauftragten für die öffentliche Sicherheit, Walt Monegan, entließ. Monegan hatte sich geweigert, einen Polizisten zu feuern, der sich von Palins Schwester scheiden ließ. Darüber hinaus steht Palin wegen einer undurchsichtigen Postenvergabe an eine ehemalige Schulkameradin in der Kritik. Als sie kürzlich im TV auf ihre außenpolitische Kompetenz geprüft wurde, erlebte sie ein mittleres Fiasko. Das dürfte auch bei den Clinton-Anhängerinnen nicht gut ankommen.
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