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Videobotschaft von Donald Trump
"Wir haben nun die Chance, Geschichte zu schreiben"

Thanksgiving 2016: Donald Trump veröffentlicht Videobotschaft
Trump hat auch neue Personalentscheidungen getroffen. FOTO: ap, CK PH
Washington . Am Vorabend von Thanksgiving hat sich Donald Trump mit einem Aufruf zur Versöhnung an die Bürger gewandt. In seiner Videobotschaft sagte der designierte US-Präsident, er wolle nicht nur Gräben überbrücken, sondern Geschichte schreiben. 

"Wir haben gerade einen langen und verletzenden Wahlkampf hinter uns gebracht", sagte Trump am Mittwoch in einer Videobotschaft aus seinem Golf-Hotel in Florida. "Die Emotionen gehen hoch, und die Anspannung wird sich nicht über Nacht legen."

Er bete nun dafür, "dass wir anfangen, unsere Gräben zu überbrücken und bestärkt durch ein gemeinsames Ziel als ein Land voranschreiten", sagte der Rechtspopulist. "Das wird leider nicht schnell geschehen, aber wir haben nun die Chance, Geschichte zu schreiben und wirklichen Wandel nach Washington zu bringen."

Trump verbringt den Thanksgiving-Tag, den US-Bürger traditionell im Kreise der Verwandtschaft begehen, mit Teilen seiner Familie in Florida. Danach will er weitere Personalentscheidungen für seine künftige Regierung treffen. So holt er eine frühere Rivalin in sein Kabinett. Die bisherige Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, solle UN-Botschafterin werden, wie Trump bekanntgab. Sie habe bewiesen, dass sie Menschen unabhängig von Herkunft und Parteizugehörigkeit zusammenbringen könne.

Haley bringt kaum außenpolitische Erfahrung mit

Die 44-jährige Tochter indischer Einwanderer nahm das Angebot an. Trump sorgte mit abfälligen Äußerungen über Frauen und Einwanderer auch in der eigenen Partei für scharfe Kritik. Haley etwa hatte ihm vorgeworfen, sich nicht deutlich genug von Rechtsextremisten zu distanzieren. Dass Trump sie nun einbindet, ist ein Anzeichen dafür, dass er nach dem erbittert geführten Wahlkampf auf seine Kritiker zugehen will. Haley bringt für den wichtigen UN-Posten kaum außenpolitische Erfahrung mit.

Hintergrund: Das ist das politische Programm von Donald Trump

Zudem ist der frühere Neurochirurg Ben Carson als Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung im Gespräch. Entschieden sei aber noch nichts, sagte sein Sprecher und nahm damit frühere Angaben zurück, wonach es bereits ein Angebot Trumps gibt. Der 65-jährige Schwarze hatte sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben, die Trump schließlich gewann.

Betsy DeVos soll das Bildungsministerium übernehmen

Trump hat aber auch noch eine zweite Frau für sein Kabinett nominiert: Die konservative Bildungsreformerin und Großspenderin Betsy DeVos solle das Bildungsministerium übernehmen. Sie solle einen Kurswechsel in der Bildungspolitik einleiten und verkrustete Strukturen im Bildungssektor aufbrechen, erklärte Trump. "Sie wird die Bürokratie brechen, die unsere Kinder zurückhält", kündigte er an. Ziel sei es, eine "Bildung auf Weltniveau" anzubieten und den Eltern mehr Spielraum bei der Wahl der Schule für ihre Kinder zu geben.

DeVos stammt aus einer reichen Unternehmerfamilie und engagiert sich seit langem für eine konservative Bildungsreform. Unter anderem will sie erreichen, Eltern etwa durch Steuererleichterungen einen Anreiz zu geben, Kinder von wenig effizienten staatlichen Schulen auf privat geleitete Einrichtungen umzumelden.

Die Lehrergewerkschaft NEA reagierte mit Empörung auf die Nominierung der Bildungsreformerin. DeVos habe es sich zum Ziel gemacht, das staatliche Schulsystem "zu privatisieren, zu entprofessionalisieren und zu unterminieren", kritisierte NEA-Vorsitzende Lily Eskelsen Garcia.

Neuer Handelsminister soll der Milliardär Wilbur Ross werden, sagte ein Mitglied von Trumps Übergangsteam, das nicht genannt werden wollte. Er muss vom Senat bestätigt werden. Der 78-jährige Ross verfügt nach Angaben des Wirtschaftsmagazins Forbes über ein Vermögen von knapp drei Milliarden Dollar (2,85 Milliarden Euro). Er arbeitete 24 Jahre lang als Banker für Rothschild und spezialisierte sich auf den Aufkauf und die Neustrukturierung bankrotter Unternehmen. Dabei beschnitt er auch die Leistungen für Arbeitnehmer. Im Wahlkampf sprach er sich für Trumps Plan aus, Steuern zu senken und viel Geld für eine Verbesserung der Infrastruktur auszugeben.

(afp/jeku)
 
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