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Schwächeanfall bei 9/11-Gedenkfeier
Clinton sagt Wahlkampf-Reise wegen Lungenentzündung ab

US-Wahl 2016: Hillary Clinton unterbricht Wahlkampf wegen Schwächeanfall
Hillary Clinton besuchte am Sonntag trotz Lugenentzündung die 9/11-Gedenkfeier und musste sie wegen Unwohlsein verlassen. FOTO: afp, js
New York. US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat eine Lugenentzündung und muss ihren Wahlkampf unterbrechen. Bei der 9/11-Gedenkfeier hatte sie einen Schwächeanfall. Clintons Gesundheitszustand nutzt Donald Trump als Wahlkampfthema.

Hillary Clinton musste eine geplante Reise nach Kalifornien absagen. Die Demokratin habe Wahlkampfauftritte am Montag und Dienstag in San Francisco und Los Angeles abgesagt, berichteten örtliche Medien am späten Sonntagabend übereinstimmend unter Berufung auf Clintons Team. In Kalifornien hätte sie an Spendenveranstaltungen teilnehmen und in der Talkshow von Ellen DeGeneres auftreten sollen.

Die 68-jährige Clinton hatte am Sonntag eine Gedenkfeier zum 15. Jahrestag der Anschläge vom 11. September wegen Unwohlseins vorzeitig verlassen müssen. Später teilte Clintons Ärztin mit, dass bei der Politikerin bereits am Freitag eine Lungenentzündung festgestellt worden sei. Ihr sei zur Schonung geraten worden. Bei der Gedenkfeier sei sie dann "überhitzt und dehydriert" gewesen, hieß es in der ärztlichen Erklärung.

Nach kurzer Pause zeigte sich Clinton wieder

"Ich habe sie eben untersucht, und sie erholt sich gut", schrieb Clintons Leibärztin Lisa Bardack in dem Kommuniqué. Nach ihrer Pneumonie-Diagnose am Freitag sei Clinton auf Antibiotika gesetzt worden, "und ihr wurde geraten, sich zu schonen und ihre Terminplanung anzupassen".

Auf einem im Internet veröffentlichten Amateurvideo von dem Vorfall am Ground Zero ist zu sehen, wie Clinton schwankend vor dem Fahrzeug steht, das sie wegfahren soll. Sie scheint zu stolpern, wird jedoch von Mitarbeitern gestützt. Nach einer Pause in der Wohnung ihrer Tochter kehrte sie in die Kameras winkend in die Öffentlichkeit zurück.

Privatsache ist die Gesundheit der Präsidentschaftskandidatin längst nicht mehr. Clintons republikanische Wahlkampfgegner versuchen bereits seit einiger Zeit, Gerüchte über eine angebliche schwere Erkrankung Clintons zu streuen. Donald Trump nutzt schon seit Wochen den Gesundheitszustand der Demokration als Wahlkampfthema.

Republikaner nutzen Clintons Gesundheit gegen sie

Der republikanische Präsidentschaftskandidat behauptet immer wieder, Clinton sei dem Amt gesundheitlich nicht gewachsen. Er sagte etwa, sie sei "nicht stark genug, um Präsidentin zu sein" und ihr fehle die "geistige und körperliche Stärke" für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat.

Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, ein Unterstützer des republikanischen Kandidaten Donald Trump, hatte wiederholt gesagt, Clinton sei müde und sehe krank aus. Trumps Sprecherin Katrina Pierson bescheinigte Clinton vergangenen Monat gar Dysphasie, eine Krankheit, bei der das Sprachverständnis eingeschränkt ist.

Trump reagierte am Montag auf den Zwischenfall – und wünschte seiner Rivalin gute Besserung. Beide Kandidaten hatten aus Respekt vor den Anschlagsopfern eine kurze Wahlkampfpause eingelegt.

Auch als Außenministerin war die Demokratin gesundheitlich angeschlagen

Clinton hatte zum Ende ihrer Amtszeit als Außenministerin eine Reihe gesundheitlicher Probleme. Im Zusammenhang mit einem Magen-Darm-Infekt fiel sie im Dezember 2012 in Ohnmacht. Bei dem Sturz zog sie sich eine Gehirnerschütterung zu.

Eine Untersuchung brachte anschließend ein Blutgerinnsel in ihrem Kopf zum Vorschein - Clinton musste Anfang 2013 operiert werden. Bereits zuvor hatte sie angekündigt, in der kurz nach dem Eingriff begonnenen zweiten Amtszeit von US-Präsident Barack Obama nicht mehr als Ministerin zur Verfügung zu stehen.

(rent/AFP/dpa)
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