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USA nach der Wahl
"Nicht mein Präsident" – Proteste in vielen Städten gegen Trump

Proteste gegen Donald Trump in acht Großstädten
Proteste gegen Donald Trump in acht Großstädten FOTO: afp
Washington/Seattle. Der amtierende US-Präsident Barack Obama wünscht sich eine friedliche Übergabe an Nachfolger Donald Trump, den er an diesem Donnerstag trifft. Doch in New York und anderen Städten demonstrieren Tausende gegen den umstrittenen Republikaner. 

Nach dem sensationellen Ausgang der US-Präsidentenwahl empfängt US-Präsident Barack Obama am Donnerstag erstmals seinen Nachfolger Donald Trump. Er lud den New Yorker Milliardär ins Weiße Haus ein. Dort soll Trumps Frau Melania auch mit First Lady Michelle Obama zusammentreffen, wie das Weiße Haus mitteilte. Obama sagte, ihm sei sehr an einer friedlichen Übergabe der Macht gelegen und gratulierte seinem Nachfolger.

Auch Hillary Clinton rief das Land nach einem beispiellosen Wahlkampf zur Einigkeit auf. Vor Anhängern in New York sagte die unterlegene Demokratin, die Niederlage tue zwar sehr weh. Gleichwohl biete sie dem Sieger zum Wohle der USA ihre Zusammenarbeit an.

"Nicht mein Präsident"

Tausende Menschen gingen in mehreren US-Städten nach der Entscheidung auf die Straßen. In New York protestierte am Abend eine große Menschenmenge mit der Parole "Nicht mein Präsident!" gegen den zukünftigen US-Präsidenten. Viele Demonstranten hatten sich auch vor dem Trump-Tower in New York versammelt. Vor dem Gebäude standen sandgefüllte Sattelschlepper zum Schutz.

In Seattle kam es offenbar am Rande von Protesten gegen den designierten US-Präsidenten zu einer Schießerei mit mehreren Verletzten. Die örtliche Feuerwehr gab am Mittwoch via Twitter bekannt, fünf Patienten mit Schusswunden zu behandeln. Zwei davon seien lebensgefährlich verletzt. Die Polizei teilte ebenfalls über den Kurznachrichtendienst mit, sie untersuche einen Bericht, wonach es nach Schüssen nahe einer Anti-Trump-Demonstration mehrere Verletzte gegeben habe. Unklar blieb zunächst, ob die Schießerei mit den Protesten in Zusammenhang stand.

Demonstranten blockieren Straßen

Auch in Chicago, Seattle und in Kalifornien machten viele Bürger ihrem Unmut über den umstrittenen Republikaner Luft. Nach Angaben des Senders CNN wurden aus sieben Städten Proteste gemeldet. US-Medien wie "USA Today" zeigten Bilder aus dem kalifornischen Oakland und aus Portland in Oregon. Dort blockierten Demonstranten Straßen. In einigen Fällen wurde Müll angezündet, auch US-Flaggen wurden verbrannt. Nach Angaben des "Time Magazine" gab es auch in Pittsburgh (Pennsylvania) im Osten des Landes Proteste.

Das Endergebnis der Wahl steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass Trump der Sieg nicht mehr zu nehmen ist. Laut CNN dauert die Auszählung in zwei der 50 Bundesstaaten an. Aus Michigan und New Hampshire konnte noch kein Ergebnis verkündet werden. Derzeit liegt Trump in der Rechnung von CNN bei 290 Wahlmännern, Clinton bei 228. 270 wurden für den Sieg benötigt.

Nach seinem Triumph regiert Trump von Januar an die größte Wirtschafts- und Militärmacht der Welt. Er wird zu Beginn seiner Amtszeit mit fast 71 Jahren der dann älteste US-Präsident sein. Dank des Doppelsiegs seiner Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus kann Trump politische Vorhaben wohl ohne große Gegenwehr durchsetzen.

Trump wird der erste Präsident seit Dwight D. Eisenhower ohne politische Amtserfahrung sein. Die Neubesetzung einer offenen Richterstelle am Weichen stellenden Obersten Gericht, dem Supreme Court, dürfte eine seiner ersten wesentlichen Amtshandlungen sein.

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(jj/das/dpa/Reuters)
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