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USA
Trump krempelt sein Wahlkampfteam um

US-Wahlen 2016: Donald Trump krempelt sein Wahlkampfteam um
Donald Trump will raus aus der Defensive FOTO: afp
Washington . Der schwer angeschlagene US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump bemüht sich um einen Neustart im Wahlkampf. Der Republikaner baut sein Team um und hält ein Plädoyer gegen "Intoleranz". 

Trump präsentierte ein neu formiertes Kampagnenteam. So berief er Stephen Bannon, Chef des einflussreichen konservativen Nachrichtenportals Breitbart, zum Geschäftsführer seiner Kampagne. Die republikanische Meinungsforscherin Kellyanne Conway ernannte er zur Kampagnenmanagerin. Der bisherige Wahlkampfmanager Paul Manafort behält formal seine bisherige Rolle. Mit der Umstellung seines Teams beschneidet Trump aber de facto dessen Einfluss. Manafort war zuletzt selbst massiv unter Druck geraten - er wird verdächtigt, Schwarzgelder in Millionenhöhe von russlandfreundlichen Kräften in der Ukraine erhalten zu haben.

Er habe "einige der besten Talente" der US-Politik rekrutiert, erklärte Trump. Bannon und Conway seien "extrem fähige, hochqualifizierte Leute, die es lieben zu gewinnen, und wissen, wie man gewinnt". Es ist bereits der zweite Umbau seines Wahlkampfteams innerhalb von zwei Monaten. Im Juni hatte der Rechtspopulist seinen Kampagnenleiter Corey Lewandowski gefeuert, womit der Einfluss von Manafort zunahm.

Verbindungen nach Russland

Allerdings geriet Manafort wegen seiner früheren Aktivitäten in der Ukraine zuletzt verstärkt ins Zwielicht. Der Lobbyist arbeitete für den gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch, einen Verbündeten von Russlands Staatschef Wladmir Putin. Laut ukrainischen Anti-Korruptions-Ermittlern wird Manafort in einem Dokument von Janukowitschs ehemaliger Partei als Empfänger von Schwarzgeldern genannt.

Der Politikberater bestreitet vehement, solche Gelder empfangen zu haben. Trump hat sich im Wahlkampf wiederholt lobend über Putin geäußert, Verständnis für dessen Ukraine-Politik gezeigt und sogar Russland zum Hackerangriff auf Clinton aufgefordert - was er im Nachhinein als Sarkasmus bezeichnete. Viele einflussreiche Republikaner haben sich in den vergangenen Wochen demonstrativ von dem Kandidaten abgewandt.

Trump zeigt sich milde

Bei einem Auftritt im Bundesstaat Wisconsin schlug Trump zudem ungewohnt milde Töne an und präsentierte sich als Versöhner. "Ich werde dafür kämpfen, dass jeder Amerikaner gleich behandelt, beschützt und respektiert wird", verkündete Trump, der im Wahlkampf immer wieder mit provokanten Äußerungen über Mexikaner, Muslime, Einwanderer und Frauen für Empörung gesorgt hatte.

Der Republikaner warb gezielt um die afroamerikanischen Wähler, unter denen seine Zustimmungswerte verschwindend gering sind: "Ich bitte um die Stimmen aller afroamerikanischer Bürger, die in unserem Land um eine andere und viel bessere Zukunft kämpfen." Die Demokraten beschuldigte er, die afroamerikanische Gemeinschaft "verraten" zu haben. Sie hätten die Stimmen der Schwarzen "als selbstverständlich" betrachtet, "ohne dafür im Gegenzug etwas zu leisten".

(crwo/afp)
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