| 06.26 Uhr

Vorwahlen in den USA
Clinton und Trump setzen sich weiter ab

USA: Die Aufreger-Sprüche von US-Präsident Donald Trump
USA: Die Aufreger-Sprüche von US-Präsident Donald Trump
Washington. Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner hat es Favorit Donald Trump nur noch mit zwei Gegnern zu tun: Marco Rubio gab nach seiner deutlichen Niederlage im heimischen Florida gegen Trump auf. Bei den Demokraten rückt Hillary Clintons Kandidatur immer näher.

Die Hoffnungen des republikanischen Establishments ruhen nun auf Ohios Gouverneur John Kasich, der in seinem Heimatstaat seinen ersten Vorwahlsieg holte. 

"Wir werden den ganzen Weg bis nach Cleveland gehen und uns die republikanische Nominierung sichern", sagte Kasich am Dienstagabend (Ortszeit). In der Stadt in Ohio findet im Juli der Nominierungsparteitag der Republikaner statt. Nach Auszählung fast aller Stimmbezirke kam Kasich auf 46,5 Prozent und Trump auf gut 36 Prozent. An dritter Stelle lag der erzkonservative Senator Ted Cruz mit 13,4 Prozent.

Trump führt deutlich

Kasich holte mit dem Sieg alle 66 Delegiertenstimmen aus seinem Heimatstaat. Beim Gesamtstand der Delegierten, die im Juli über die Kandidatur abstimmen, führte Trump aber weiter deutlich. Der populistische Geschäftsmann gewann die wichtige Vorwahl in Florida, wo er fast 20 Prozentpunkte vor Rubio landete und sich alle 99 Wahlmännerstimmen des bevölkerungsreichen Bundesstaates sicherte.

Fotos: Das sind die Präsidentschaftskandidaten FOTO: dpa, lws hm ase

Auch in den Bundesstaaten Illinois und North Carolina war Trump mit je rund 40 Prozent der Gewinner vor dem zweitplatzierten Cruz. Endgültige Ergebnisse aus Missouri, wo Trump und Cruz um den Sieg rangen, standen noch aus. "Das war ein wunderbarer Abend, das war ein großartiger Abend", sagte der Milliardär in seiner Siegesrede. US-Medien berichten mittlerweile, dass sich Trump sich auch in Missouri durchsetzen konnte.

Rubio tritt zurück

Als seine klare Niederlage in Florida kurz nach Schließung der Wahllokale abzusehen war, trat Rubio vor seine Anhänger und erklärte seine Präsidentschaftsambitionen für beendet. "Dieses Jahr werden wir nicht auf der Gewinnerseite stehen", sagte er und gratulierte Trump zu dessen "großem Sieg".

Zugleich übte der Senator unverhüllt Kritik am Wahlkampfstil des Geschäftsmanns, der einen Feldzug gegen die politischen Eliten in Washington führt und mit abwertenden Äußerungen über Frauen, Migranten und Muslime für Empörung sorgte. "Amerika braucht eine lebhafte konservative Bewegung. Aber eine, die auf Prinzipien und Ideen aufbaut und nicht auf Angst, nicht auf Wut", sagte Rubio und bat seine Landsleute, "sich nicht der Angst und dem Frust hinzugeben".

Sieg von Trump weiter ungewiss

Von Rubios Rückzug könnte Kasich profitieren, der nun der alleinige Bannerträger des gemäßigt-konservativen Lagers ist. Der Gouverneur dürfte die Unterstützung der republikanischen Parteiführung erhalten, die Trump und Cruz kritisch sehen.

Trump hat bereits gut die Hälfte der für die Nominierung benötigten 1237 Delegiertenstimmen gewonnen. Möglich ist aber, dass der Milliardär wegen des zersplitterten Bewerberfeldes die nötige Mehrheit verfehlt. In diesem Fall könnte das Establishment bei einem umkämpften Parteitag einen anderen Kandidaten durchsetzen.

Clinton setzt sich weiter ab

Bei den Demokraten gewann Clinton in Florida mit mehr als 30 Prozentpunkten vor ihrem Konkurrenten Bernie Sanders. Auch in Ohio schlug sie ihren Rivalen mit rund 14 Prozentpunkten Vorsprung. In dem Bundesstaat im Mittleren Westen hatte sich Sanders Hoffnungen ausgerechnet, nachdem er vergangene Woche den Nachbarstaat Michigan geholt hatte.

In North Carolina siegte Clinton ebenfalls deutlich. Nach US-Medien soll sie auch Missouri und Illinois, wo sich die beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber ein enges Rennen lieferten, für sich entschieden haben.

"Wir kommen näher, uns die Nominierung der Demokratischen Partei zu sichern und diese Wahlen im November zu gewinnen", sagte die frühere Außenministerin vor Anhängern. Clinton liegt nicht nur bei den an Vorwahlergebnisse gebundenen Delegierten klar vor Sanders, sondern hat auch die überwältigende Unterstützung der sogenannten Superdelegierten - ranghohe Parteivertreter, die automatisch ein Wahlrecht auf dem Parteitag haben.

(lukra/afp)
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