| 18.56 Uhr

14. Kandidat der Republikaner
Auch Chris Christie will US-Präsident werden

US-Wahlkampf: Auch Chris Christie will US-Präsident werden
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Livingston. Das Dutzend ist längst voll: Das Feld der Bewerber um die US-Präsidentschaft wird im Lager der Republikaner noch größer. Mit New Jerseys Gouverneur Chris Christie stieg am Dienstag der 14. Kandidat offiziell ins Rennen um die Nominierung bei den republikanischen Vorwahlen ein.

In Umfragen liegt er zurück, allerdings werden ihm Außenseiterchancen eingeräumt. "Ich bin bereit, für die Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika zu kämpfen", sagte Christie in seiner Heimatstadt Livingston. In seiner ersten Wahlkampfrede pries der Gouverneur die wirtschaftlichen Erfolge seiner Amtszeit und präsentierte sich als kompromissfähiger Politiker, der die Gräben zwischen Demokraten und Republikanern in Washington überwinden kann. "Beide Parteien haben unser Land im Stich gelassen", sagte er. "Dieses Land muss wieder zusammen und nicht gegeneinander arbeiten."

Christie hat mit seinem zupackenden Auftreten und seiner unverblümten Sprache vor allem unter Wählern der Mitte viele Anhänger gewonnen. Der Gouverneur lebt dabei vor allem von dem Ruf, dass er sich nicht an politischen Spielchen beteiligt und das Wohl der Bürger über alles stellt. Auch sein Wahlkampfslogan "Die Dinge beim Namen nennen" pflegt dieses Image.

Als der Wirbelsturm "Sandy" im Oktober 2012 die Küste von New Jersey verwüstete, besuchte der Gouverneur gemeinsam mit Barack Obama das Katastrophengebiet und lobte den Präsidenten für dessen Krisenmanagement - obwohl Obama gerade in der Schlussphase des Präsidentschaftswahlkampfes gegen Christies Parteifreund Mitt Romney steckte. Viele Republikaner nahmen ihm die gefühlte Parteinahme für Obama allerdings übel, vor allem der erzkonservative Tea-Party-Flügel beäugt Christie skeptisch.

Der Politiker amtiert seit Januar 2010 als Gouverneur von New Jersey und wurde 2013 wiedergewählt. Zuvor war der 52-jährige Vater von vier Kindern oberster Ankläger der für New Jersey zuständigen Bundesstaatsanwaltschaft. Der promovierte Jurist hatte seine Karriere Ende der 80er Jahre in einer Anwaltskanzlei begonnen.

Sein Ruf als bürgernaher Kümmerer erlitt Anfang 2014 aber einen schweren Kratzer, als der sogenannte "Bridgegate"-Skandal hochkochte. Enge Mitarbeiter von Christie sollen mit der Teilsperrung einer vielbefahrenen Brücke nach New York ein Verkehrschaos angerichtet haben, um einen Bürgermeister für mangelnde politische Unterstützung zu bestrafen. Die Provinzposse sorgte landesweit für Aufsehen und hängt dem Präsidentschaftsbewerber noch heute nach. Laut der Website realclearpolitics.com liegt Christie in aktuellen Umfragen zur republikanischen Kandidatur bei gerade einmal vier Prozent.

Bei den Republikanern zeichnet sich ein harter Kampf um die Nominierung ab. Als aussichtsreichster Bewerber gilt Jeb Bush, der Mitte Juni offiziell in das Rennen einstieg. Der frühere Gouverneur von Florida ist der Bruder von Ex-Präsident George W. Bush und Sohn von Ex-Präsident George H.W. Bush. Zu den weiteren Konkurrenten gehören unter anderen die Senatoren Marco Rubio, Ted Cruz und Rand Paul. Erwartet wird zudem die Bewerbung von Wisconsins Gouverneur Scott Walker und Ohios Gouverneur John Kasich.

Bei den Demokraten hat die frühere Außenministerin und First Lady Hillary Clinton einen klaren Favoritenstatus. Die Vorwahlen beider Parteien beginnen Anfang kommenden Jahres, gekürt werden die Kandidaten auf Parteitagen im Sommer 2016. Obama darf bei der Wahl im November 2016 nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

(ap)
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