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US-Präsidentschaftskandidat
Trump bereut Beleidigungen im Wahlkampf

US-Wahlkampf: Donald Trump bereut seine Beleidigungen
Bei seiner Rede hat Donald Trump vom Teleprompter abgelesen. FOTO: afp, BAB
Charlotte. Donald Trump hat sich entschuldigt - zumindest ein bisschen: Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina hat er erstmals zugegeben, mit seiner Wortwahl in den vergangenen Monaten daneben gegriffen zu haben. Kritik dafür gibt es von der Konkurrenz.

Nach der Neuaufstellung seines Wahlkampfteams mäßigt US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump den Ton. Auf einer Kundgebung in Charlotte im Bundesstaat North Carolina äußerte der Rechtspopulist am Donnerstag sein Bedauern über rhetorische Entgleisungen. "Ich bedaure das - insbesondere in den Fällen, in denen das möglicherweise persönlichen Schmerz verursacht hat." Der angeschlagene Kandidat hielt die Rede einen Tag, nachdem er die Spitze seines Teams neu besetzt hatte.

Im bisherigen Wahlkampf hatte sich Trump mit dem Eingeständnis eigener Fehler zurückgehalten. "Manchmal wählt man nicht die richtigen Worte oder man sagt etwas Falsches, wenn man in der Hitze des Gefechts steht und über eine Vielzahl Dinge spricht", räumte Trump nun ein. "Ich habe das getan. Und ob man mir das glaubt oder nicht - ich bedaure es."

Rede vom Teleprompter abgelesen

Anders als bei früheren Auftritten hielt Trump die Rede nicht frei, sondern las sie vom Teleprompter ab. Der Kandidat deutete die Bereitschaft an, nicht mehr durch den Stil seiner Auftritte von den politischen Inhalten ablenken zu wollen. "Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass wir uns mit diesen Dingen aufhalten sollten", sagte er. "Eines kann ich Euch aber versprechen: Ich werde Euch immer die Wahrheit sagen." Eine ausdrückliche Entschuldigung oder einen Verweis auf Betroffene gab es jedoch nicht.

Der Immobilienmilliardär hatte in den vergangenen Wochen mit seinen Äußerungen immer wieder Stürme der Entrüstung entfacht. So attackierte er die muslimischen Eltern eines im Irak gefallenen US-Soldaten und hielt eine mehrdeutige Ansprache an Waffenfreunde, die von Kritikern als Aufruf zur Gewalt gegen seine Rivalin Hillary Clinton gedeutet wurde. In den Umfragen ist er deutlich hinter die Demokratin zurückgefallen.

Trump hatte am Mittwoch zum zweiten Mal binnen zwei Monaten sein Wahlkampfteam umgebaut. Zwar behält Trumps umstrittener Wahlkampfmanager Paul Manafort seinen Posten, doch wird ihm Stephen Bannon, der Leiter des rechtspopulistischen Nachrichtenportals "Breitbart", an die Seite gestellt. Bannon gilt unter Konservativen in den USA als provokante Figur. Seine Berufung wurde als Signal gewertet, dass Trump inhaltlich keine Mäßigung anstrebt.

Trumps ebenfalls am Mittwoch neu berufene Kampagnenmanagerin Kellyanne Conway kündigte derweil an, dafür zu sorgen, dass die Botschaft des republikanischen Kandidaten besser herausgearbeitet wird. "Wir werden seine Botschaft schärfen. Wir werden sicherstellen, dass Donald Trump sich in seiner eigenen Haut wohl fühlt, dass er seine Authentizität nicht verliert", sagte Conway am Donnerstag zu CNN. Zu CBS News sagte sie, sie wolle lieber einen Wahlkampf mit "Substanz" gewinnen als mit "Stil".

Clintons Team kritisiert Trump als "unauthentisch"

Das Wahlkampfteam von Hillary Clinton hält die ungewohnte Reuebekundung Trumps derweil für unauthentisch. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber habe nur Worte vom Teleprompter abgelesen, kritisierte Clintons Sprecherin Christina Reynolds am Donnerstagabend. Trumps Äußerung zeige zudem nur auf, dass "sein Redenschreiber und Teleprompter weiß, dass er sich für Vieles entschuldigten sollte." Zudem rief Reynolds ihn auf, einmal konkret darzulegen, welche seiner "beleidigenden, schikanösen und spalterischen Äußerungen er bedauere - und seinen Ton zu ändern".

Zuletzt war Trump auch in der eigenen Partei verstärkt unter Druck geraten. Republikaner warfen dem Spitzenkandidaten vor, sich selbst und der Partei durch verbale Entgleisungen zu schaden. Noch am Dienstag hatte Trump aber in einem Fernsehinterview klargestellt, dass er keinen generellen Imagewechsel plane. "Ich bin, wer ich bin. Das bin ich. Ich will mich nicht ändern", hatte er gesagt.

(lai/afp/ap/dpa )
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