USA: Vorwahl-Duell spaltet demokratische Partei
zuletzt aktualisiert: 07.05.2008 - 18:31Washington (RPO). Hillary Clinton hat kaum noch eine realistische Chance, Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zu werden. Offiziell denkt sie trotzdem nicht ans Aufgeben. Doch nach ihrem schlechten Abschneiden bei den Vorwahlen in North Carolina und Indiana werden immer mehr Forderungen laut, Clinton solle sich geschlagen geben. Denn der erbitterte Vorwahlkampf droht die demokratische Partei zu spalten.
Die Anhänger beider Kandidaten stehen sich fast unversöhnlich gegenüber. Die Parteigänger lehnen in zunehmendem Maße den von ihnen im Vorwahlkampf nicht unterstützten Bewerber ab, wie aus einer Erhebung der Nachrichtenagentur AP und Yahoo News hervorgeht. Das wirft die Frage auf, wie geschlossen die Parteibasis bei der Wahl um die Nachfolge von Präsident George W. Bush am 4. November hinter dem Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei stehen wird, der endgültig auf dem Parteitag in Denver Ende August gekürt wird.
Die Zahl der Obama-Anhänger, die Clinton negativ beurteilen, ist seit Beginn der AP-Yahoo-Umfrage im vorigen November bin Ende April von 35 auf 44 Prozent gestiegen. Ein Großteil davon würde bei der Präsidentenwahl sogar eher den designierten republikanischen Kandidaten John McCain wählen, wenn Clinton die Spitzenkandidatin der Demokraten wäre.
Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Anhängern Clintons. Beurteilten im vorigen November noch 26 Prozent von ihnen Obama negativ, waren es Ende April 42 Prozent. Auch ein Großteil der Anhänger der ehemaligen First Lady gab an, sie würden eher McCain ihre Stimme geben als Obama, der derzeit bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag knapp in Führung liegt.
"Wenn wir die Sache bis etwa Mitte Juni zum Abschluss bringen können, werden wir auch die Aussöhnung der Lager schaffen", sagte der Gouverneur von Tennessee, Phil Bredesen, in einem Interview. "Wenn sich das Duell aber bis Ende August hinziehen sollte, dann gibt es ein großes Problem."
Die Wahlkampfteams von Obama und Clinton zeigen sich zuversichtlich, dass die harte Auseinandersetzung der beiden Bewerber die Partei nicht spalten wird. "Wenn das Familiengezänk beendet sein wird, dann wird die Familie auch wieder zusammenstehen", sagte der Meinungsforscher Cornell Belcher von Obamas Team. Ähnlich äußerte sich Clintons Wahlstratege Geoffrey Garin.
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