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Hetzjagd der Kandidaten vorbei: Wenn die Nacht zum Wahltag wird

VON ANDRE SCHALL - zuletzt aktualisiert: 04.11.2008 - 11:37

Washintgton (RPO). Die ersten Wahllokale sind geöffnet, der Tag der Entscheidung ist da. "Jetzt geht wählen", steht auf der Internetseite von Barack Obama knapp. Bis in die frühen Morgenstunden lieferten sich die Kandidaten eine beispiellose Hetzjagd durch die Bundesstaaten. Heute werden Obama, McCain, Biden und Palin in ihren Heimatstaaten selbst an die Urne gehen.

Barack Obama kämpfte bis tief in die Nacht um Stimmen, dann erst flog er heim nach Chicago.  Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP
Barack Obama kämpfte bis tief in die Nacht um Stimmen, dann erst flog er heim nach Chicago. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP

"Ich habe nur ein Wort für euch und das heißt: 'Morgen'", sagte Obama in der Nacht bei seinem letzten Auftritt in Manassas, Virginia. "Nach Jahrzehnten schlechter Politik und 21 Monaten Wahlkampf sind wir weniger als einen Tag davon entfernt, den Wandel zu bringen."

Es war das 20. Mal, dass die Obama-Kampagne einen Stopp in Virginia einlegte. Vize-Kandidat Joe Biden wird allerdings noch einmal im umkämpften Staat sein - und zwar dann, wenn heute die Wahllokale öffnen. Danach geht es für Biden zur eigenen Stimmabgabe in seinen Heimatstaat Delware.

Obamas letzter Wahlkampf-Tag war vom Tod seiner Großmutter überschattet worden. Madelyn Payne Dunham war bereits am Sonntagabend im Alter von 86 Jahren auf Hawaii gestorben. "Sie war der Eckstein unserer Familie und eine Frau von außergewöhnlicher Leistung, Stärke und Bescheidenheit", erklärte Obama bei einer Rede in North Carolina und konnte die Tränen nicht zurückhalten.

Obama zurück nach Chicago

Am Ende des Tages flog der 48-Jährige nach Chicago, seine Maschine landete um 1 Uhr nachts Ortszeit. Heute wird der Senator aus Illinois dort selbst wählen - es wird mit einem riesigen Medienrummel gerechnet. 

John McCain kämpfte bis 3 Uhr nachts um Wählerstimmen. Den Abschluss machte eine Rede auf den Stufen des Gerichtssaals in Prescott/Arizona. An diesem Ort hatte McCains Vorbild Barry Goldwater 1964 seine Präsidentschaftskampagne eröffnet. Heute wird McCain in seinem Heimatstaat an die Urne gehen.

McCain: "Klopft an die Türen"

Zuvor hatte der 72-Jährige seinen Schwerpunkt auf Pennsylvania gelegt. Obama führt im Ostküsten-Staat mit acht Prozentpunkten, doch das McCain-Lager gab den Kampf nicht auf. "Noch ein Tag bis wir Amerika in eine neue Richtung führen können", rief der Senator seinen Anhängern zu. "Wir müssen Pennsylvania gewinnen und wir werden Pennsylvania gewinnen. Klopft an die Türen, sagt es euren Nachbarn. Ich brauche eure Stimme."

McCain spielte noch einmal auf seine Comeback-Qualitäten an. "Man hat mich schon vier oder fünf Mal abgeschrieben. Viele wissen es noch nicht, aber Mac is back", erklärte der Republikaner.

Beide Kandidaten waren am Montag auch noch einmal in Florida, wo sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen abzeichnet. McCain zog in Tampa allerdings nur eine Menge von 1.100 Menschen an. George W. Bush hatte 2004 ganz in der Nähe noch 15.000 Zuhörer gehabt.

Kleiner Patzer des Demokraten

Obama leistete sich einen Patzer, als er in Jacksonville/Florida "hier in Ohio" sagte. Auf vereinzelte Buh-Rufe reagierte der Demokrat entschuldigend: "Leute, ich bin einfach zu viel gereist."

McCain war an seinem letzten Wahlkampf-Tag zudem noch in Tennessee, Indiana, New Mexico und Nevada. Seine Vize-Kandidatin Sarah Palin hetzte durch Ohio, Missouri, Iowa, Colorado und Nevada. Anschließend kehrte die 44-Jährige nach Alaska zurück, um ihre Stimme abzugeben.

Während Obama in Florida, North Carolina und Virginia abschließend um Wähler warb, besuchte Joe Biden noch Ohio, Missouri und Pennsylvania.

Alles zum US-Wahlkampf erfahren Sie in unserem Special.


 
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