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Beam me up, CNN: Wie das Holo-Interview funktioniert

VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 06.11.2008 - 08:12

Düsseldorf (RPO). Die Zuschauer des US-Senders CNN haben ihren Augen nicht getraut: Wie in einem Science-Fiction-Film beamte der Moderator seine Kollegin Jessica Yellin ins Studio. Es war der Höhepunkt einer herausragenden Berichterstattung rund um die US-Wahlen. Wie das geht.

Chicago-Außenreporterin Jessica Yellin kommt als Hologramm ins CNN-Studio zu Moderator Wolf Blitzer. Foto: CNN, AFP

Das Raumschiff Enterprise hatte nichts damit zu tun. Und auch der "Krieg der Sterne" wütete nicht im Washingtoner CNN-Studio. Es war ein Stück irdischer Technologie, die allerdings wie Magie wirkte – als die Reporterin Jessica Yellin aus Chicago als Hologramm ins 1600 Kilometer entfernte Studio gebeamt wurde. Zumindest sah es auf dem Bildschirm so aus. Der Moderator Wolf Blitzer selbst sah keine dreidimensionale Projektion vor sich, sondern nur ein gewöhnliches Fernsehbild.

Also alles doch nicht mehr als nur ein Trick? Nein, denn dahinter steckt jede Menge Hightech: Um das Holo-Interview möglich zu machen, war Jessica Yellin in Chicago von 44 hochauflösenden 16:9-Kameras umgeben, die mit 25 Zentimeter einen 220 Grad Bogen um sie herum bildeten. Die Kameras nahmen die Reporterin so aus verschiedenen Winkeln und von quasi allen Seiten jeweils im Hochformat auf. Anschließend setzten 20 Computer die 44 Datenströme zusammen. Auf einem 94 Zentimeter Plasmabildschirm konnten Yellin und die Techniker das Gesamtbild kontrollieren – unter anderem damit keine Falte im Kostüm oder ein abstehendes Haar am Hinterkopf den Eindruck trüben konnten.

Die Daten wurden nach Washington gesendet und dort von mehreren Beamern auf eine grüne Leinwand projiziert. So konnte das Bild der Reporterin leicht digital „ausgeschnitten“ und dann in das Studiobild wieder eingefügt werden. Fertig war die Illusion eines Hologramms.

Damit nun aber die Gespräche und jede Interaktion lebensecht wirkten, mussten die Kamera-Perspektiven im Studio mit den Bildern in Chicago ständig synchronisiert werden. Nur so konnten mit minimaler Verzögerung alle Anweisungen der Regie oder Kamerafahrten im Studio über 1600 Kilometer hinweg angeglichen und von den Computern quasi simultan neu berechnet werden.

Und damit auch Jessica Yellin in Chicago mitbekam, was genau sich gerade im Washingtoner Studio tat, konnte sie auf dem Plasma-Bildschirm alles live verfolgen – so wie alle Fernsehzuschauer. Das Ergebnis war ein Live-Bild, wie man es sonst nur aus Science-Fiction-Filmen kennt: wenn Captain Kirk sich auf einen Planeten beamt oder Prinzessin Leia als Hologramm um Obi-Wan Kenobis Hilfe bittet. Dort aber kann alles geprobt und gegebenenfalls nachbearbeitet werden. Bei CNN dagegen gab es keinen Spielraum für Fehler. Über die Kosten schweigt sich der Nachrichtensender indes aus.


 
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