Atomstreit: USA bieten Iran Flugzeug-Teile an
zuletzt aktualisiert: 06.06.2006 - 11:16Teheran (rpo). Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat dem Iran bei seinem Besuch in Teheran das Angebot der Vetomächte und Deutschlands im Atomstreit unterbreitet. Der Kompromissvorschlag sieht unter anderem die Lockerung der Sanktionen vor. So wollen die USA dem Iran den Import moderner Flugzeugteile erlauben.
Am Dienstagmorgen traf Solana mit dem iranischen Atombeauftragten Ali Laridschani zusammen. Wie ein AFP-Reporter berichtete, fand das Treffen, bei dem Solana den Vorschlag der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands zur Beilegung des Atomstreits vorlegen wollte, im Gebäude des Obersten Rats für die Nationale Sicherheit statt.
Das Angebot an den Iran war von den fünf ständigen Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat - USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - sowie Deutschland beschlossen worden. Wie es genau aussieht, wurde bislang nicht mitgeteilt. Ein Entwurf sah aber vor, dass der Iran Hilfe beim Bau von Atomreaktoren erhält und dass die Lieferung von Brennstäben garantiert wird. Zudem sollen Passagierflugzeuge von Airbus angeboten werden.
Die USA wollen darüber hinaus einige bilaterale Sanktionen aufheben, die unter anderem die Lieferung von Passagiermaschinen und Ersatzteilen durch Boeing betreffen. Einem Bericht der "New York Times" zufolge wollen die USA dem Iran nicht nur den Import erlauben, sondern auch selbst Teile von Boeing- und Airbus-Flugzeugen sowie Boeing-Maschinen liefern.
Wichtiger Schritt
Die "New York Times" bezeichnet das als wichtigen Schritt im Verhältnis von USA und Iran, da der Mullah-Staat seit der Revolution von 1979 US-Sanktionen unterliegt, die das Land nahezu vollständig daran hinderte, seine Flugzeugflotte zu modernisieren. Grund ist, dass die Sanktionen sich nicht allein auf Flugzeuge amerikanischer Herkunft bezogen, sondern auch auf europäische wie Airbus, wenn die Ersatzteile aus den USA stammten.
Der Westen wolle zum Iran eine neues Verhältnis auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und Vertrauens aufbauen, sagte Solana auf dem Flughafen in Teheran zu Journalisten. Solana trifft am Dienstag noch mit dem iranischen Außenminister Manutschehr Mottaki zusammen.
Die US-Regierung wirft Teheran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Atomenergienutzung ein Programm zum Bau von Nuklearwaffen zu verfolgen. Die iranische Führung lehnte ein Ende der iranischen Urananreicherung bislang ab.
Für den Fall eines amerikanischen Militärschlags drohte das geistliche Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Chamenei, am Sonntag mit einer Unterbrechung der Öllieferungen. Den Vorwurf, Teheran strebe nach einer Atombombe, wies er als "eine blanke Lüge" zurück.
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