Anglikanische Religionsgemeinschaft vor der Spaltung: USA: Erster Homosexueller zum Bischof geweiht
zuletzt aktualisiert: 03.11.2003 - 06:29Durham/USA (rpo). Die anglikanische Kirche hat ihren ersten homosexuellen Bischof. In den USA wurde am Sonntag der 56 Jahre alte Gene Robinson in das Amt eingeführt. Konservative Geistliche zeigten sich empört.
Die Kirche ist Teil der 77 Millionen Mitglieder zählenden anglikanischen Weltkirche, die angesichts der Kontroverse nach Ansicht von Beobachtern vor einer Spaltung steht.
Zwei Vertreter des konservativen Flügels hatten während der Zeremonie offen gegen die Amtseinführung Robinsons Protest eingelegt, dessen Lebensstil "nicht mit der heiligen Schrift und den Lehren dieser Kirche vereinbar" sei. Die Feier in Universität von New Hampshire wurde von rund 4.000 Menschen besucht. Robinson, dem mindestens 40 weitere Bischöfe zur Amtseinführung die Hände aufgelegt hatten, dankte dem Bistum New Hampshire für seine Ernennung und sagte, er reiche all jenen die Hände, die am Rande der Gesellschaft stünden, wie dies auch Jesus getan habe.
Vor dem Gebäude protestierten Gegner und Anhänger des neuen Bischofs. Die beiden Gruppen wurden von der Polizei getrennt gehalten. Der Episkopalkirche in den USA gehören etwa 2,3 Millionen Menschen an.
Das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, der Erzbischof von Canterbury, Rowan William, erklärte am frühen Montag in einer ersten Reaktion, die durch Robinsons Ernennung entstandenen Zerwürfnisse seien "Anlass zu großem Bedauern". Williams steht persönlich der Homosexuellenbewegung positiv gegenüber und versucht, die Spaltungen innerhalb der anglikanischen Kirche zu überbrücken. Die Möglichkeiten zu Disziplinarmaßnahmen besitzt er nicht. Der lateinamerikanische Erzbischof Gregory Venables warnte vor einer Spaltung der anglikanischen Kirche, die zerstörerisch sein würde.
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