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Truppen sollen Schutz der Wahl gewährleisten: USA schicken mehr Soldaten nach Afghanistan

zuletzt aktualisiert: 17.09.2004 - 14:38

Washington/Kabul (rpo). Die USA wollen ihre Truppen in Afghanistan um 1.100 zusätzliche Soldaten verstärken. Grund dafür ist die anhaltende Gewalt im Land. Die Soldaten sollen vornehmlich zum Schutz der Präsidentschaftswahl Anfang Oktober eingesetzt werden.

Das Kontingent werde "sehr bald" entsandt, sagte ein Pentagonvertreter am Donnerstagabend in Washington. Zuvor war ein Anschlagsversuch auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai fehlgeschlagen, als dieser zu einem Wahlkampfauftritt im südostafghanischen Gardes eintraf. Die Polizei nahm am Freitag drei Verdächtige fest, die dem Innenministerium zufolge Dokumente und Werkzeug bei sich hatten, die im Zusammenhang mit dem Raketenangriff auf Karsais Hubschrauber stehen.

Die Soldaten der 82. Luftlandedivision sollten vor allem für Sicherheit während der Wahl am 9. Oktober sorgen, sagte der Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. In Afghanistan sind bereits 15.500 US-Soldaten im Einsatz, die vor allem im Süden und Südosten militante Extremisten und Taliban-Kämpfer jagen. In Kabul und einigen ruhigeren nördlichen Provinzen sind zudem rund 7500 NATO-Soldaten stationiert. Die Bundeswehr unterhält zwei Wiederaufbauteams (PRTs) in Kundus und Faisabad mit insgesamt rund 350 Soldaten.

Die drei Verdächtigen seien in einem Dorf wenige Kilometer vom Anschlagsort entfernt gefasst worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul. Dorfbewohner hätten der Polizei bei der Festnahme geholfen. Die drei gefassten Afghanen stammten nicht aus der Region. Ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma ANSO erklärte, der Raketenangriff sei "ziemlich dreist" gewesen; der Präsident habe Glück gehabt. Der Anschlagsversuch dürfte Karsais Wahlkampfauftritte weiter einschränken. Für einen Sieg braucht der als Favorit gehandelte Paschtune auch die Unterstützung von Wahlkreisen, in denen die radikalislamischen Taliban ihre Hochburgen haben.

Die US-Armee hatte am Donnerstagabend bestätigt, dass eine Rakete auf den Hubschrauber des Präsidenten abgefeuert wurde, als er in der Nähe von Gardes landen wollte. Das Geschoss verfehlte sein Ziel und schlug etwa 300 Meter von einer Schule entfernt ein; niemand wurde verletzt. Karsais Hubschrauber landete daraufhin nicht, sondern flog umgehend nach Kabul zurück. Der Präsident wollte in der Schule eine Rede halten. Es wäre sein erster Wahlkampfauftritt außerhalb der Hauptstadt Kabul gewesen.

Die Taliban-Miliz erklärte alle 18 Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl am 9. Oktober zu Hauptzielen ihrer Angriffe. Taliban-Sprecher Abdul Latif Hakimi sagte am Donnerstag, die von den USA gesteuerte Wahl solle zu einer Regierung im Interesse Washingtons führen. Ende August bekannten sich die Taliban zu einem Anschlag auf eine US-Sicherheitsfirma, die das Wachpersonal Karsais stellt. Dabei starben mindestens neun Menschen.

Quelle: afp

 
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