Atomstreit: USA schließt Krieg gegen Iran nicht aus
zuletzt aktualisiert: 16.03.2006 - 07:45Washington (rpo). Die US-Regierung hat ein militärisches Vorgehen gegen den Iran im Atomstreit nicht ausgeschlossen. Das geht aus einem Strategiepapier des Weißen Hauses hervor. Allerdings wird der internationalen Zusammenarbeit zur Beilegung der Krise der Vorzug vor einem Angriff gegeben.
Zu einem möglichen Präventivangriff heißt es in dem Strategiepapier: "Falls erforderlich (...) schließen wir den Einsatz von Gewalt nicht aus, um einen Angriff zu verhindern, auch wenn Ungewissheit über Zeit und Ort eines feindichen Angriffs herrscht." Der Nachrichtenagentur AFP lag eine Kopie des 49-seitigen Dokuments vor, das am Donnerstag veröffentlicht werden sollte. Allerdings gibt die US-Regierung darin der internationalen Zusammenarbeit zur Beilegung von Krisen den Vorzug. Es solle "vor allem mit den ältesten und nächsten unserer Freunde und Verbündeten" zusammengearbeitet werden, unter ihnen auch Gegner des Irakkriegs.
Bereits im vorangegangenen Strategiepapier war von einem Recht auf präventive Angriffe auf Staaten, von denen Bedrohungen ausgehen, die Rede gewesen. Dazu heißt es nun in dem neuen Dokument: "Die Stellung der Prävention bleibt unverändert in unserer nationalen Sicherheitsstrategie." Die USA verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Nukleartechnik am Bau der Atombombe zu arbeiten. Der UN-Sicherheitsrat wird erstmals am Freitag formelle Beratungen über den Atomstreit mit dem Iran aufnehmen.
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