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Terrorismus
USA veröffentlichen Testament von Osama bin Laden

Osama bin Laden: Der meistgesuchte Terrorist
Osama bin Laden: Der meistgesuchte Terrorist FOTO: AP
Washington. Als US-Soldaten im Mai 2011 Osama bin Laden in Pakistan erschossen, fielen ihnen zahlreiche Dokumente des Terror-Chefs in die Hände. Nun veröffentlichten die US-Behörden unter anderem den letzten Willen bin Ladens. 

Osama bin Laden hatte laut seinem handschriftlichen Testament vor seinem Tod 2011 rund 27 Millionen Euro an persönlichem Vermögen, das er für den Dschihad stiften wollte. Der letzte Wille des von einem US-Kommando in Pakistan getöteten Terroristen wurde am Dienstag in Washington zusammen mit gut 100 weiteren Dokumenten veröffentlicht.

Die Möglichkeit, dass er plötzlich zu Tode kommen könnte, beschäftigte Bin Laden offenbar schon lange vor dem US-Einsatz in seinem Versteck in Abbottabad. 2008 schrieb einer seiner Söhne in einem Brief an seinen Vater: "Wenn ich getötet werde, bete viel für mich und gib stetig Wohltaten in meinem Namen, denn ich werde viel Unterstützung brauchen, um in die ewige Heimat zu gelangen."

Al-Kaida hatte Ärger mit IS-Vorgänger

Die in Abbottabad beschlagnahmten Dokumente wurden vom Büro des Geheimdienstdirektors freigegeben und behandeln etliche Themen, darunter der Zwist zwischen Al-Kaida und dessen rebellischen Ableger im Irak, aus dem letztlich die Terrormiliz Islamischer Staat entstand. Bin Laden versuchte immer wieder den Eindruck zu vermitteln, dass der "Heilige Krieg" gelinge und der große Gegner USA zum Scheitern verurteilt sei.

So schrieb er in einem Brief, der offenbar aus dem Jahr 2010 stammt, über den Konflikt in Afghanistan: "Sie dachten, dass der Krieg einfach würde und dass sie ihre Ziele in wenigen Tagen oder Wochen erreichen würden, und sie sind finanziell nicht vorbereitet, und es gibt keine Unterstützung der Bevölkerung, die es ermöglichen würde, einen Krieg für ein Jahrzehnt oder mehr zu führen."

In einem weiteren Dokument aus etwa derselben Zeit vergleicht er den US-Militäreinsatz in Afghanistan mit dem gescheiterten Krieg der Sowjetunion dort. "Amerika scheint am seidenen Faden zu hängen", schrieb Bin Laden. "Wir müssen noch ein kleines bisschen Geduld haben. Mit Geduld wird der Sieg kommen."

Bin Laden lobte Aufstand gegen Gaddafi

Kurz vor seinem Tod im Mai 2011 lobte bin Laden in einem Schreiben vom 25. Februar den Aufstand gegen den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi. "Lobt Gott, der Al-Kaida zu einer großen Heimsuchung für ihn gemacht hat, die auf seiner Brust sitzt und ihn wütend und verbittert macht, der Al-Kaida zur Qual und zu einer exemplarischen Strafe für ihn macht, dieses wahrlich widerwärtige halluzinierende Individuum, der uns vor aller Welt verärgert."

Die CIA prüft die von Bin Laden hinterlassenen Papiere seit vergangenem Sommer systematisch nach Kriterien des Nationalen Sicherheitsstabs im Weißen Haus. Experten aus sieben Regierungsbehörden nehmen die Dokumente unter die Lupe. Es wird erwartet, dass im Laufe des Jahres noch weitere Papiere veröffentlicht werden.

(kl/ap)
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