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Barack Obama in Tokio: "USA werden sich stärker in Asien engagieren"

zuletzt aktualisiert: 13.11.2009 - 15:48

Tokio (RPO). US-Präsident Barack Obama hat zu Beginn seiner ersten Asienreise ein Bekenntnis zu den Beziehungen zum Bündnispartner Japan abgelegt und ein stärkeres Engagement der USA in Asien angekündigt. Die USA seien eine "Pazifik-Nation", sagte Obama am Freitag vor Journalisten in Tokio. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, zu einer raschen Lösung im Streit um einen US-Stützpunkt auf der japanischen Insel Okinawa zu gelangen.

"Im Laufe dieser Reise und während meiner Präsidentschaft werde ich zeigen, dass die USA eine Pazifik-Nation sind und dass wir unser Engagement in dieser Region verstärken werden", sagte Obama. Die Zukunft Asiens sei untrennbar mit der der Vereinigten Staaten verbunden, und beide Partner müssten sich gemeinsam Herausforderungen wie dem Schaffen von Arbeitsplätzen, der Nichtverbreitung von Atomwaffen und der Nutzung nachhaltiger Energien stellen.

Japan als engster Bündnispartner

Gleichzeitig beschwor der US-Präsident die guten Beziehungen zum langjährigen Bündnispartner Japan. Er habe seine Reise durch Asien dort begonnen, weil das Bündnis zwischen beiden Staaten das "Fundament für Sicherheit und Wohlstand in Asien" gewesen sei. Vor dem Hintergrund des wachsenden Einflusses des Wirtschaftsriesen China in der Region sind die USA besonders um ein starkes Auftreten vor Ort bemüht.

Obama war am Nachmittag in Tokio eingetroffen, wo er anschließend den neuen Ministerpräsidenten Yukio Hatoyama traf. Bei dem Gespräch hätten beide vereinbart, im Kampf für eine Welt ohne Nuklearwaffen zusammenzuarbeiten, sagte Obama. Er erneuerte zudem seine Absicht, den beiden 1945 von amerikanischen Atombomben zerstörten Städten Hiroshima und Nagasaki einen Besuch abzustatten. Zwar habe er noch keine unmittelbaren Reisepläne, die geplante Visite bedeute ihm aber sehr viel.

Japan ist der engste Bündnispartner der USA in Asien. Seit dem Amtsantritt des linksgerichteten japanischen Regierungschefs vor zwei Monaten herrscht jedoch ein schärferer Ton. Hatoyama wünscht sich gleichberechtigtere Beziehungen mit Washington und fordert eine Neuverhandlung der Verträge zu den US-Militärstützpunkten.

Streit um Militärstützpunkt

Besonders umstritten ist der US-Militärstützpunkt Futenma auf der Insel Okinawa. Hatoyama hatte jüngst angekündigt, die Basis möglicherweise ins Ausland verlegen zu lassen. Die USA beharren aber darauf, den Stützpunkt, wie 2006 mit Hatoyamas konservativer Vorgänger-Regierung vereinbart, durch einen neuen in einem anderen Teil der Insel zu ersetzen.

Obama gab sich am Freitag jedoch zuversichtlich, den Disput rasch beizulegen. Das Ziel der USA bleibe gleichwohl dasselbe, nämlich "die Verteidigung Japans mit einem minimalen Eingriff in das Leben der dortigen Menschen sicherzustellen", sagte Obama. Seit Jahren klagen die Anwohner über Lärmbelästigung, Umweltbelastung und Unfälle. Hatoyama sagte gegenüber Obama, Tokio nehme die 2006 getroffene Vereinbarung "ernst", sie werde jedoch überprüft.

Am Samstag wollte Obama zum Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) in Singapur weiterreisen. Von Sonntag an hält sich der US-Präsident dann mehrere Tage lang in China auf, bevor ein Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die Asien-Reise am Donnerstag abschließen soll.

"Baldige Entscheidung" über Afghanistan-Strategie

Im Ringen um eine neue Afghanistan-Strategie der USA hat Obama eine "baldige Entscheidung" angekündigt. Ob die US-Truppen am Hindukusch aufgestockt würden, werde bald entschieden, sagte Obama in Tokio. Es werde zudem eine "transparente" Entscheidung sein: Die US-Bevölkerung müsse "genau verstehen, was wir machen und warum wir es machen", sagte er. Aus dem Umfeld des US-Präsidenten verlautete, dass eine Entscheidung jedoch erst nach seiner für kommenden Donnerstag geplanten Rückkehr aus Asien bekanntgegeben werde.

Bei Gesprächen mit seinen Sicherheitsberatern am Mittwoch im Weißen Haus hatte Obama zudem Fortschritte der Regierung in Kabul zur Bedingung für eine Truppenaufstockung gemacht. Die Regierungsführung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai müsse sich in einer "angemessenen" Frist verbessern. In den Bevölkerungen zahlreicher Nato-Mitgliedsländer schwindet die Unterstützung des mittlerweile acht Jahre dauernden Afghanistan-Einsatzes zusehends.

Quelle: AFP/felt

 
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