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Atomstreit: USA wollen eventuell doch direkt mit Iran verhandeln

zuletzt aktualisiert: 31.05.2006 - 11:41

Wien/Teheran (rpo). Die USA haben ihre Bereitschaft signalisiert, sich möglicherweise doch direkt an den Atom-Gesprächen mit dem Iran zu beteiligen. Im Gegenzug verlangen die Vereinigten Staaten, dass Russland und China sich für den Fall, dass der Iran keine Zugestädnisse macht, mit Sanktionen gegen das Land einverstanden erklären.

Das teilte ein westlicher Diplomat am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP in Wien mit. Washington lehnte bisher direkte Verhandlungen mit dem Iran ab, unterstützte aber die Initiativen Russlands und des EU-Trios aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, mit denen die Führung in Teheran zum Verzicht auf seine umstrittene Urananreicherung bewegt werden soll.

In den vergangenen Wochen verstärkten sich allerdings die Rufe nach einer direkten Beteiligung der USA an den Gesprächen der anderen Ländern mit dem Iran. Am Donnerstag wollten die Außenminister der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands in Wien über neue Vorschläge des EU-Trios beraten, den Iran mit einer Mischung aus Anreizen und Drohungen zum Einlenken zu bewegen.

Noch am Vortag der Beratungen beharrte die iranische Führung auf ihrer Haltung: Die europäischen Unterhändler müssten akzeptieren, dass der Iran Uran anreichere und davon nicht mehr abrücken werde, sagte der stellvertretende Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Saidi, laut der Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch in Teheran. Wenn sie aber "Einsicht" zeigten und "logische Vorschläge" machten, sei ein Kompromiss möglich.

Je nach Anreicherungsgrad lässt sich Uran als Brennstoff für Atomkraftwerke oder zum Bau von Atombomen nutzen. Teheran behauptet, Uran nur zur Stromerzeugung anzureichern. Der Westen bezweifelt dies aber und will die iranische Führung deshalb dazu bringen, auf die Anreicherung im eigenen Land ganz zu verzichten.

Quelle: afp2

 
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