Neue Töne im Atomstreit: USA wollen Führungsrolle für friedliche Lösung der Iran-Krise
zuletzt aktualisiert: 31.05.2006 - 21:07Washington/Brüssel (rpo). Washington schlägt neue Töne an im Atomkonflikt mit dem Iran: "Ich glaube, es ist sehr wichtig, diese Angelegenheit diplomatisch zu klären", sagte US-Präsident George W. Bush. Er fordert eine Führungsrolle für die USA, um den Konflikt friedlich beizulegen.
"Meine Entscheidung heute ist, dass die USA bei der Lösung dieses Problems eine führende Rolle übernehmen werden". so Bush. Er wolle "alles daran setzen", dass eine diplomatische Lösung zustandekomme, kündigte der US-Präsident an. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte zuvor gesagt, dass die US-Regierung unter Umständen bereit sei, sich direkt an den Gesprächen mit dem Iran zu beteiligen. Dazu müsse Teheran aber erst die Urananreicherung einstellen.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) rief den Iran auf, kein Uran mehr anzureichern und damit den Weg für Gespräche mit den USA freizumachen. Die iranische Führung solle die Bedingungen dafür schaffen, dass die Gespräche mit der Europäischen Union wiederaufgenommen werden könnten, "mit Beteiligung der USA", forderte IAEA-Chef Mohamed ElBaradei am Mittwoch in Wien. Ziel sei "eine umfassende Einigung", die sowohl für die Weltgemeinschaft als auch für den Iran hinnehmbar sei.
Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana begrüßte das Angebot von Rice. Es "stärkt unsere Hoffnung" auf eine friedliche Lösung, erklärte Solana in Brüssel. "Die direkte Teilnahme der Amerikaner wäre das stärkste und positivste Signal für unseren gemeinsamen Wunsch, eine Einigung mit dem Iran zu finden." Er habe die "starke Unterstützung" der USA in dieser Angelegenheit immer zu schätzen gewusst, fügte der Außenbeauftragte hinzu. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy erklärte in Paris, er begrüße es, dass die US-Regierung für Verhandlungen mit dem Iran grundsätzlich "zur Verfügung" stehe.
Die Außenminister der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands treffen sich am Donnerstag in Wien zu erneuten Beratungen über den Iran. Bei den Gesprächen soll es um neue Vorschläge des europäischen Verhandlungstrios aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien gehen. Das EU-Trio will die iranische Führung mit einer Mischung aus Anreizen und Drohungen zum Einlenken bewegen. Teheran hatte dagegen noch am Mittwoch erklärt, es werde weiterhin Uran anreichern und sich nicht davon abbringen lassen. Der Westen fürchtet, dass der Iran heimlich Atomwaffen entwickeln könnte. Die Vetomächte im UN-Sicherheitsrat sind Frankreich, Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Russland und China.
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