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Vorschlag von US-Außenminister Tillerson
USA zeigen sich offen für Beginn direkter Gespräche mit Nordkorea

USA zeigen sich offen für Beginn direkter Gespräche mit Nordkorea
US-Außenminister Rex Tillerson. FOTO: Reuters/Jonathan Ernst
Washington. Im Atomkonflikt mit Nordkorea hat US-Außenminister Rex Tillerson erste Gespräche ohne Vorbedingungen in Aussicht gestellt. Die Vereinigten Staaten seien bereit dafür. Pjöngjang müsse lediglich seine Waffentests einstellen.

Es sei "unrealistisch", wenn die USA verlangten, dass Nordkorea am Verhandlungstisch sein gesamtes Nuklearprogramm aufgebe, sagte Tillserson am Dienstag. Dafür habe das Land "zu viel investiert".

Vor zwei Wochen hatte Nordkorea eine Rakete gestartet, die angeblich das US-Festland erreichen kann. Als Reaktion darauf setzten die USA bei einem gemeinsamen Luftmanöver mit Südkorea in der vergangenen Woche B-1-Bomber ein. Insgesamt waren mehr als 200 Kriegsflugzeuge beteiligt.

Nukleare Abrüstung als Ziel

Tillerson betonte, auch US-Präsident Donald Trump sei mit Blick auf mögliche Gespräche mit Nordkorea sehr realistisch. In der Washingtoner Denkfabrik Atlantic Council sagte er, bei dem etwaigen Treffen könne seinetwegen über das Wetter oder die Form des Tisches gesprochen werden, an dem gesessen werde. "Aber zumindest können wir uns hinsetzen, uns von Angesicht zu Angesicht sehen und beginnen, einen Plan auszuarbeiten, auf was wir eventuell hinarbeiten wollen."

Nordkorea schießt Rakete mit bisher größter Reichweite ab

Der US-Chefdiplomat deutete zwar nicht an, dass Nordkorea eine neue Bereitschaft für Gespräche gezeigt habe. Das Land habe aber klar verstanden, dass es bezüglich der Waffentests denn gegebenenfalls eine "Zeit der Stille" geben müsse.

Das Ziel der USA bleibe die nukleare Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel, so Tillerson. Das Wichtigste sei, dass die bereits hergestellten Atomwaffen langfristig nicht in die falschen Hände fielen. Wie das sichergestellt werden könne, sei mit China besprochen worden.

UN-Diplomat berichtet von Besuch in Nordkorea

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, teilte indes am Dienstagabend (Ortszeit) mit, Trumps Ansichten zu Nordkorea hätten sich nicht geändert. Die Handlungen des Landes machten die gesamte Welt unsicher.

Eindrücke aus Nordkorea FOTO: dpa, pla

Stunden zuvor hatte Trump einen 700 Milliarden Dollar starken Gesetzentwurf für die US-Verteidigungsausgaben unterzeichnet. In diesem waren zusätzliche Ausgaben bei der Raketenabwehr vorgesehen.

Der gerade aus Pjöngjang zurückgekehrte UN-Untergeneralsekretär für politische Angelegenheiten, Jeffrey Feltman, informierte unterdesse am Dienstag den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York über seine Begegnung mit nordkoreanischen Regierungsvertretern.

Diese hätten ihm gesagt, dass Nordkorea einen Krieg verhindern wolle - Gesprächsangebote hätten sie nicht gemacht. Feltman traf in Pjöngjang am Wochenende Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho und dessen Stellvertreter Pak Myong Kuk. Es war der erste Besuch eines ranghohen UN-Vertreters in Nordkorea seit 2011.

Unterstützung der UNO angeboten

Feltman sagte, sein Besuch könne nur als ein Anfang angesehen werden. Die nordkoreanischen Gesprächspartner hätten sich die Argumente der UN-Delegation "ernsthaft angehört". Sie hätten aber keine Angebote gemacht. "Ich denke, sie müssen mit ihrer eigenen Führung über das beraten, was wir gesagt haben."

Er habe Pjöngjang dazu gedrängt, Signale auszusenden, dass es bereit für Verhandlungen sei. Er habe die Unterstützung der UNO angeboten. "Ich hoffe nun inständig, dass die Tür für eine Verhandlungslösung weit offen steht", fügte Feltman hinzu.

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang haben sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Trump und Kim lieferten sich scharfe Verbalattacken, während Nordkorea ungeachtet von UN-Sanktionen seine Atom- und Raketentests fortsetzte.

Anfang September nahm Pjöngjang nach eigenen Angaben seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vor. Zudem testete Nordkorea zuletzt mehrfach Mittelstreckenraketen. Ende November feuerte Pjöngjang eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 ab und erklärte, das gesamte US-Festland befinde sich nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen.

(ate/ap/afp)
 
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