CO2-Emissionen halbieren: USA ziehen beim Klimaschutz mit
zuletzt aktualisiert: 08.07.2008 - 09:13Toyako (RPO). Erstmals haben sich die USA beim Klimaschutz auf ein langfristiges Ziel festgelegt. Beim G8-Gipfeltreffen der wichtigsten Industrienationen verständigten sich die Staats- und Regierungschefs darauf, die CO2-Emissionen tatsächlich halbieren zu wollen. Die Erklärung geht weiter über die bisher geltenden Formulierungen von Heiligendamm hinaus.
Bei ihrem Treffen im japanischen Toyako legten sich die G-8-Staats- und Regierungschefs am Dienstag darauf fest, dieses Ziel im UN-Rahmen nicht nur in Erwägung zu ziehen, sondern auch tatsächlich umzusetzen. Dieses als "Vision" bezeichnete Ziel solle im UN-Rahmen "geprüft und angenommen" werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der G-8, die von der japanischen Präsidentschaft veröffentlicht wurde. Damit gingen die G-8 deutlich über die Vereinbarung von Heiligendamm im vergangenen Jahr hinaus. Damals war gegen langen Widerstand der USA beschlossen worden, das 50-Prozent-Ziel nur ernsthaft zu prüfen.
Nun kamen die Staats- und Regierungschef auch überein, sich mittelfristig auf eine Reduzierung der Treibhausgase zu verpflichten. Allerdings blieb offen, ob 2020 oder 2030 als mittelfristig anzusehen sei. Auch wurden keine klaren Zahlen pro Land genannt. Doch vereinbarten die G-8, dass sie weltweit beim Klimaschutz eine "Führungsrolle" übernehmen wollen und dass sie dabei einen größeren Beitrag leisten müssten als die Schwellenländer. Daher solle jedes G-8-Land ehrgeizige eigene Ziele setzen und mittelfristig den Ausstoß an Treibhausgasen "absolut" reduzieren. Ein Basisjahr dafür wurde allerdings nicht genannt. Die Schwellenländer hingegen sollen bei der Reduzierung nur unterstützt werden.
Die Atomkraft wird in dem Text insofern erwähnt, als es ein wachsendes Interesse mancher Staaten gebe, die Atomkraft einerseits zur Vermeidung von Treibhausgasen und andererseits zur Verringerung der Öl-Abhängigkeit einzusetzen. Die Atomenergie wird aber nicht generell als ein Instrument im Kampf gegen den Klimawandel genannt. Dagegen hatte sich Deutschland gesperrt, das mit seinem Atomausstieg unter den G-8 inzwischen alleine dasteht.
Darüber hinaus verwiesen die G-8 unter anderem auch auf notwendige Nachhaltigkeitsstandards für Treibhausgase und begrüßten die bei der Weltbank angesiedelten Klimafonds. Insgesamt sollen dafür sechs Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt werden. Deutschland will nach Angaben aus Regierungskreisen 500 Millionen Dollar geben, die auch schon in der Haushaltsplanung eingestellt seien. Die USA hatten bereits zwei Milliarden, Japan 1,2 Milliarden und Großbritannien ebenfalls 1,2 Milliarden Dollar zugesagt.
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