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Venezuela
Wieder Tote bei Protesten in Caracas

Venezuela - Wieder Tote bei Protesten in Caracas
In Caracas kam es wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. FOTO: afp
Caracas. Die anhaltenden Proteste gegen die venezuelanische Regierung haben wieder Todesopfer gefordert. Ein Jugendlicher und ein Polizist starben im Zug der Krawalle. Der 17-Jährige wurde von einem Sprengsatz getroffen.

Bei einer Demonstration gegen die geplante Neufassung der venezolanischen Verfassung ist ein Jugendlicher in der Hauptstadt Caracas getötet worden. Wenig später wurde der Leichnam eines Nationalgardisten in einem Wohnviertel im Osten von Caracas gefunden.

Hunderte Einsatzkräfte setzten am Mittwoch erneut Tränengas gegen Protestierende ein. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López hatte am Vortag gefordert, Militär und Nationalpolizei sollten den exzessiven Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten stoppen.

In sozialen Netzwerken kursierten Videos von Rettungskräften, die am Mittwoch versuchten, den stark blutenden Jugendlichen wiederzubeleben. Das Büro des öffentlichen Ombudsmanns, eine Regierungsbehörde, twitterte am späten Abend, die Autopsie habe ergeben, dass der Jugendliche von einem nicht professionell angefertigten Sprengsatz getroffen worden sei. Oppositionsführer identifizierten den Jugendlichen als 17-Jährigen, der mit Familienangehörigen friedlich habe protestieren wollen.

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Der tote Nationalgardist wurde in etwa 2,5 Kilometern Entfernung vom Ort des tödlichen Zwischenfalls auf der Demonstration gefunden, wie Bürgermeister Ramón Muchacho sagte. Über die Umstände seines Todes lagen zunächst keine näheren Angaben vor. "Wir beklagen alle gewaltsamen Aktionen", sagte Muchacho, ein Oppositionspolitiker.

Präsident Nicolás Maduro beteuerte am Mittwoch, er habe weiter vor, die Verfassung des Landes von einer Verfassunggebenden Versammlung umschreiben zu lassen. Er machte erneut die Opposition für die Gewalt in Venezuela verantwortlich.

Bei den seit zwei Monaten andauernden Protesten kamen bislang fast 70 Menschen ums Leben. Die Protestierenden fordern den Rücktritt Maduros. Sie machen ihn für die Lebensmittelknappheit und die Inflation im Land verantwortlich. Außerdem werfen sie ihm vor, Venezuela in eine Diktatur umwandeln zu wollen.

(th/ap)
 
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