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Vorwurf der Vertuschung
Japanische Verteidigungsministerin zurückgetreten

Vertuschungsvorwurf: Japanische Verteidigungsministerin tritt zurück
Tomomi Inada verbeugt sich am Ende der Pressekonferenz, in der sie ihren Rücktritt als japanische Verteidigungsministerin erklärt hat. FOTO: rtr, IK /KV
Tokio. Nach Gerüchten am Donnerstagabend (Ortszeit) hat die japanische Verteidigungsministerin am Freitag offiziell ihren Rücktritt bekannt gegeben. Tomomi Inada war vorgeworfen worden, Unterlagen zu einer UN-Friedensmission im Südsudan geheim gehalten zu haben.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe sagte am Freitag, er habe den Rücktritt Inadas, die als enge Vertraute Abes gilt, unterzeichnet. Das Verteidigungsministerium sollte vorerst von Außenminister Fumio Kishida geführt werden. Als Nachfolger soll Abe einen früheren Amtsinhaber erwägen.

Gefahren verheimlicht

Inada gab ihre Amtsniederlegung gemeinsam mit internen Untersuchungen zu den Vorwürfen bekannt. Das Verteidigungsministerium wird beschuldigt, Teile von Aufzeichnungen der japanischen Blauhelme zu dem Einsatz der Vereinten Nationen im Südsudan versteckt zu haben, in welchen über die Gefahren für die Truppen berichtet worden sein soll. Eine Veröffentlichung dieser Informationen hätte womöglich den Abbruch der Mission für die japanischen Einsatzkräfte bedeutet.

Die erzkonservative japanische Regierung unter dem nationalistischen Ministerpräsidenten Abe versucht, die Rolle der japanischen Soldaten durch die Beteiligung an internationalen Missionen, wie der Uno-Mission im Südsudan, aufzuwerten. Aufgrund seiner pazifistischen Verfassung von 1947 verfügt Japan offiziell nur über so genannte Selbstverteidigungsstreitkräfte.

(sbl/ap)
 
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