Senator vermittelte in Birma: Verurteilter US-Bürger darf Land verlassen
zuletzt aktualisiert: 15.08.2009 - 20:32Washington/Rangun (RPO). Wenige Tage nach seiner Verurteilung darf der in Birma inhaftierte US-Bürger John Yettaw das Land verlassen. US-Senator Jim Webb werde den 54-Jährigen am Sonntag mit außer Landes nehmen, teilte Webbs Büro am Samstag in Washington mit.
Der demokratische US-Senator war zuvor in Birma mit dem Chef der Militärregierung, General Than Shwe, und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammengetroffen.
Nach seinem einstündigen Gespräch mit Than Shwe am Regierungssitz in Naypyidaw kündigte ein Vertreter der Junta an, dass Yettaw wahrscheinlich bald ausgewiesen werde. Später bestätigte auch die Militärregierung, dass Yettaw gemeinsam mit Webb am Sonntag ausreist.
Den Angaben aus Washington zufolge fliegen beide an Bord einer Militärmaschine zunächst nach Bangkok. Der gesundheitlich angeschlagene Mormone war am Dienstag wegen seines unerlaubten Eindringens in das Haus von Suu Kyi zu sieben Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt worden war.
Webb dankte der Regierung Birmas für Yettaws Freilassung Yettaws. Er hoffe, dass diese Geste das Fundament für vertrauensbildende Maßnahmen in der Zukunft sein werde, erklärte er weiter. Der Senator war der erste ranghohe US-Vertreter, der Gespräche mit Junta-Chef Than Shwe führte. Der öffentlichkeitsscheue General führt das isolierte und verarmte Land in Südostasien seit 17 Jahren mit harter Hand. Er hatte am Dienstag international Kritik auf sich gezogen, als ein Gericht den Hausarrest gegen Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi um 18 Monate verlängerte und sie damit von den für nächstes Jahr vorgesehenen Wahlen ausschloss.
Überraschend ermöglichte die Junta dem demokratischen Senator nach dem Treffen mit Than Shwe auch eine Zusammenkunft mit Suu Kyi. Die 64-Jährige wurde mit Polizei-Eskorte in ein Regierungsgebäude in Rangun gebracht, wo sie sich nach birmanischen Angaben 45 Minuten lang mit Webb unterhielt. Einzelheiten des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt. Webb erklärte lediglich, er habe Suu Kyi seinen "tiefen Respekt" für die Opfer bekundet, die sie "für die Demokratie" gebracht habe. Das staatliche Fernsehen übertrug Bilder von dem Treffen. Im Rahmen seines Aufenthalts traf der 63-jährige Senator aus Virginia und Veteran des Vietnam-Kriegs auch Vertreter von Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD).
Die USA versuchen Birma seit Jahren mit Sanktionen zu einer Demokratisierung zu zwingen und fordern die Freilassung von Suu Kyi. Der Besuch von Webb, der enge Verbindungen zu US-Präsident Barack Obama pflegt, könnte eine Wende der bisherigen US-Politik gegenüber Birma bringen. Obama hatte Anfang des Jahres angekündigt, die harte Haltung seiner Vorgängerregierung überprüfen und auf mehr Dialog setzen zu wollen, erneuerte aber kürzlich Sanktionen gegen das südostasiatische Land. Die US-Regierung begrüßte die Birma-Reise von Webb ausdrücklich, betonte jedoch, dass es sich um eine private Initiative handele.
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