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Ultranationale "Alt right"-Bewegung
Video zeigt "Heil Trump"-Rufe und Hitler-Gruß in den USA

Washington. Der Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl scheint auch ultranationalen Kräften Auftrieb zu geben. In einem neuen Video einer rechtskonservativen Veranstaltung ruft ein Redner "Heil Trump" – seine Anhänger zeigen den Hitler-Gruß.

Das Video, das derzeit vielfach im Netz geteilt wird, wurde vom US-Magazin "The Atlantic" veröffentlicht. Es zeigt Ausschnitte einer halbstündigen Rede von Richard B. Spencer, einem der Köpfe der ultranationalen "Alt right"-Bewegung. "Heil Trump, heil unserem Volk, heil dem Sieg!", ruft Spencer dem Publikum zu – bestehend aus etwa 200 vor allem jungen, weißen Männern.

Die antisemitische und offen ausländerfeindliche Rede fand laut "The Atlantic" anlässlich der Jahreskonferenz des National Policy Institute statt. Die Organisation hat sich nach eigener Aussage "Erbe, Identität und Zukunft des Volkes europäischer Herkunft in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt" verschrieben. Richard B. Spencer ist Präsident des Instituts. Gleichzeitig hat er den Begriff der "Alt right" mitgeprägt. Die gleichnamige Bewegung setzt sich gegen Einwanderung und Multikulturalismus ein.

Spencer habe nach dem Abendessen gesprochen, als die meisten Journalisten die Veranstaltung schon verlassen hätten, berichtet das Magazin. "Weiß zu sein, bedeutet nach etwas zu streben, ein Kreuzritter zu sein, ein Entdecker und ein Eroberer", sagt Spencer in dem Video. Die Medien bezeichnet er mit dem deutschen Begriff "Lügenpresse", der unter anderem von den Nazis in Deutschland zur Diffarmierung von Juden und Kommunisten genutzt wurde. Die Presse stelle sich gegen Trump und gegen ein legitimes weißes Amerika, öffne aber so die Tür "für uns", wie Spencer sagt.

"Amerika war bis in die letzte Generation ein weißes Land, das für uns und unseren Wohlstand gedacht wurde", erklärt Spencer weiter. "Es ist unser Werk, unser Erbe, und es gehört uns." Daraufhin applaudiert das Publikum, einige Teilnehmer zeigen auch offen den Hitler-Gruß.

Viele sind angesichts dieser Bilder schockiert. Die Äußerungen würden zeigen, dass "Alt right" für das "Alte Reich" stehe, schreibt der Journalist John Fugelsang. Und der frühere unabhängige Präsidentschaftskandidat Evan McMullin fordert auch die konservativen Kräfte in den USA auf, sich gegen "diese weißen Rassisten" zu stellen.

Auch das Team von Donald Trump hat mittlerweile auf das Video reagiert. "Präsident Trump hat sich immer gegen jegliche Form von Rassismus gestellt und er wurde gewählt, weil er ein Anführer für jeden Amerikaner sein wird. Anders zu denken, ist eine komplette Fehldarstellung der Bewegung, die Amerikaner verschiedenster Herkünfte vereinigt hat", zitiert der US-Sender CNN eine Sprecherin.

Einen direkten Zusammenhang zwischen Donald Trump und der Rede von Spencer gibt es nicht, auch wenn die "Alt right"-Bewegung seine Präsidentschaft unterstützt. Gleichzeitig ist die Nähe Trumps zum alternativ-rechten Spektrum kein Geheimnis: Der ehemalige Chef der konservativen Seite Breitbart.com wurde von Trump zu seinem Chefberater gemacht.

(hebu)
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