| 16.36 Uhr

Klitschko bleibt Bürgermeister
Politischer Sieg für "Dr. Eisenfaust" in Kiew

Vitali Klitschko als Bürgermeister in Kiew wiedergewählt
Vitali Klitschko nach seiner Wiederwahl zum Bürgermeister von Kiew. FOTO: dpa, rp ase
Kiew. Geboren in Kirgistan, gereift im Boxring: Vitali Klitschko hat einen steinigen Weg zur Politik genommen. Nun wurde er als Bürgermeister von Kiew wiedergewählt. Ausruhen auf dem Erfolg kann sich der 44-Jährige inmitten der ukrainischen Dauerkrise aber nicht.

Mit seiner klaren Wiederwahl als Bürgermeister der Millionenmetropole Kiew hat der ukrainische Ex-Boxer Vitali Klitschko den vorläufigen Höhepunkt seiner politischen Karriere erreicht. Wie bei seinem ersten Triumph im Frühjahr 2014 beruht der Erfolg aber eher auf einem Vertrauensvorschuss.

Denn für konkrete Ergebnisse war die erste Amtszeit von 18 Monaten schlicht zu kurz. Klitschko ist nun für fünf Jahre gewählt - und muss liefern. Denn Vorschusslorbeeren bleiben auch in der krisengeschüttelten Ukraine nicht zeitlos frisch.

International bekannt wurde der Zweimetermann als Boxweltmeister im Schwergewicht - Kampfname "Dr. Eisenfaust". Der Weg in die Politik gestaltete sich zunächst schwierig. Nach der prowestlichen Orangenen Revolution in Kiew scheiterte er 2006 und 2008 zweimal bei Bürgermeisterwahlen. Sein Mandat im Stadtrat nahm er kaum wahr - Boxen war dem Doktor der Sportwissenschaften wichtiger. Zunächst blieb Hamburg der Lebensmittelpunkt des Vaters dreier Kinder.

Ernster engagierte er sich nach der Wahl von Viktor Janukowitsch zum Präsidenten des Landes 2010. Vor den Massenprotesten gegen den moskaunahen Politiker 2013 sah er sich bereits als Kandidat der Opposition bei Präsidentenwahlen. Nach dem Sieg der Demonstranten 2014 zog er seine Kandidatur aber zugunsten des späteren Präsidenten Petro Poroschenko zurück und begnügte sich mit dem Bürgermeisteramt.

Nun gelang dem am 19. Juli 1971 in der damaligen Sowjetrepublik Kirgistan geborenen Klitschko die Wiederwahl mit rund 66,50 Prozent.

In der oft von persönlichen Anfeindungen geprägten Innenpolitik, wo Schlägereien im Parlament nicht ausbleiben, reagiert Klitschko durchaus mit Humor. Als Kritiker ihm vorwarfen, er verhaspele sich zu oft, versprach er ihnen ein Buch mit seinen gesammelten Aphorismen.

(dpa)
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