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General mit Kabul-Erfahrung als Günzel-Nachfolger: Von Butler wird neuer Chef der KSK-Elitetruppe

zuletzt aktualisiert: 12.11.2003 - 13:34

Berlin (rpo). Carl-Hubertus von Butler (52) war Kommandeur der deutschen Soldaten in Afghanistan. Jetzt soll er neuer Chef der Elite-Einheit Kommando Spezialkräfte (KSK) werden. Sein Vorgänger, General Reinhard Günzel, war entlassen worden, nachdem er Zustimmung zur Rede des Abgeordneten Hohmann geäußert hatte.

Das teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Von Butler war bisher Stabsleiter im Führungsstab des Heeres. Als KSK-Kommandeur besetzt von Butler einen der wichtigsten Generals-Posten der Bundeswehr.

Soldaten der im baden- württembergischen Calw stationierten Elite-Truppe waren bis vor kurzem auch in Afghanistan im Einsatz. Die KSK-Soldaten gelten als Deutschlands härteste Kämpfer. Der 1996 aufgestellten Truppe gehören derzeit rund 450 Soldaten an, später sollen es einmal 1000 sein.

Von Butler, der Diplom-Soziologie studiert hat und aus einer Soldaten-Familie stammt, absolvierte schwierige Einsätze in Krisengebieten. 1996 war er für vier Monate Stabschef des deutschen Kontingents der Bosnien-Friedenstruppe SFOR.

Im Jahr 2002 war er als erster Kommandeur des deutschen Kontingents der internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) in Kabul sechs Monate lang für den Aufbau der Einheit in der weitgehend zerstörten Stadt verantwortlich. Als Kommandeur der angesehenen Oldenburger Luftlandebrigade 31 galt von Butler als der richtige Mann für die heikle Mission am Hindukusch.

Überschattet wurde der Kabul-Einsatz des immer ruhig und besonnen auftretenden Generals aber von einer schweren Raketenexplosion, bei der fünf Soldaten ums Leben kamen. Eine Untersuchungskommission hatte später Schludrigkeit der Soldaten und Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften bemängelt. Die Kritik richtete sich aber nicht gegen von Butler.

Von Butler, der am 31. Dezember 1950 in Coburg geboren wurde, begann seine militärische Laufbahn 1971 mit der Ausbildung zum Offizier der Jäger- und Panzergrenadiertruppe. Er kennt das Militär auf allen Ebenen, in der Kaserne, im Ministerium und im Ausland.

Nach dem Studium in München war er unter anderem Kommandeur des Fallschirmjägerbataillons in Calw und arbeitete zeitweise im Verteidigungsministerium. Außerdem durchlief er eine Ausbildung bei der NATO und studierte an der US-Militärhochschule (National Defense Academy) in Washington.


 
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