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Gazastreifen
Von Palästinensern entführter israelischer Soldat ist am Leben
Jerusalem (rpo). Der 20-jährige israelische Soldat, der von militanten Palästinensern von seinem Posten entführt wurde, ist angeblich noch am Leben. Er nehme Nahrung zu sich und sei nicht verletzt, übermittelte das radikale "Volkswiderstandskomitee". Israel verlangte die bedingungslose Freilassung, drohte mit einer militärischen Machtdemonstration und Vergeltung, sollte der junge Mann getötet werden.  

Israel werde mit den Entführern nicht verhandeln, sagte Wohnungsbauminister Meir Scheetrit am Montag im israelischen Militärrundfunk und drohte, den Entführten notfalls mit militärischer Gewalt zu befreien.

Der 20-jährige Gilad Schalit war am Vortag während eines Angriffs palästinensischer Extremisten auf einen Militärposten im südlichen Gazastreifen verschleppt worden. Bei dem Angriff wurden zwei Soldaten und zwei Palästinenser getötet.

Heute bekannten sich die radikalen palästinensischen Volkswiderstandskomitees zu der Aktion. Schalit sei in ihrer Gewalt; "er lebt und ist bei guter Gesundheit", sagte ein anonymer Anrufer der Nachrichtenagentur AFP. "Der israelische Soldat isst und trinkt und ist nicht verletzt", präzisierte er.

Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Beth, Juval Diskin, droht nach Informationen aus israelischen Sicherheitskreisen der palästinensischen Hamas-Regierung mit Vergeltung, sollte dem entführten Soldaten etwas zustoßen. Laut einem ranghohen Sicherheitsvertreter kündigte Diskin am Vortag bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an, Israel werde für das Ende der radikalen Hamas-Regierung sorgen, sollten die Entführer Schalid töten.

Laut Militärrundfunk besitzt Schalid neben der israelischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Sein Vater habe früher in Frankreich gelebt, sagte eine Nachbarin der Familie dem Radiosender. Ein Sprecher des französischen Außenministeriums bestätigte, dass der Soldat auch französischer Staatsbürger sei. Französische Diplomaten in Israel hätten Kontakt zu seiner Familie aufgenommen. Die Regierung in Paris sei "in Kontakt mit allen betroffenen Parteien, um eine Lösung für diese Situation zu finden".  

Quelle: afp
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