| 09.51 Uhr

Flüchtlingskrise
Von Reporterin getretener Flüchtling bekommt Job in Spanien

Flüchtlinge glücklich und erschöpft auf dem Weg nach Deutschland
Flüchtlinge glücklich und erschöpft auf dem Weg nach Deutschland FOTO: dpa, brx kno
Madrid. Der syrische Flüchtling, der in Ungarn von einer Reporterin getreten wurde, kann sich über ein glückliches Ende seiner Odyssee freuen. Ein Fußballtrainer-Ausbildungszentrum im spanischen Cenafe hat angekündigt, den Syrer anstellen zu wollen. Der Mann befand sich zuletzt in München.

Glückliches Ende einer traurigen Flucht: Ein syrischer Flüchtling, dem eine TV-Reporterin an der ungarischen Grenze vor laufenden Kameras ein Bein gestellt hatte, als er mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm von der Polizei weglief, bekommt in Spanien einen Job. Man werde den Mann einstellen, teilte das Nationale Fußballtrainer-Ausbildungszentrum Cenafe am Mittwoch mit. Der Syrer werde noch am Abend in Spanien eintreffen und in Getafe bei Madrid so schnell wie möglich die Arbeit aufnehmen, hieß es. 

Stephan Richter, ein Reporter von RTL, hatte die Szene gefilmt und bei Twitter hohgeladen.

Der Syrer war den Angaben zufolge in seiner Heimat Trainer des erfolgreichen Erstliga-Verein Fotuwa. Er war mit seinem sieben Jahre alten Sohn aus Syrien geflohen. Man habe den Mann mit Hilfe eines in Spanien lebenden Arabers in München kontaktiert, sagte Cenafe-Präsident Miguel Ángel Galán. Man wolle auch die Ehefrau und die zwei Söhne des Mannes in Spanien aufnehmen, sagte Galán der Sportzeitung "As". "Ich werde für alles aufkommen, und die Gemeindeverwaltung (von Getafe) hat bereits Hilfe zugesichert."  

In München traf der Syrer seinen ältesten Sohn, einen seit Monaten in Deutschland lebenden 18-jährigen, nach langer Zeit wieder. In einem Interview der Zeitung "El Mundo" (Mittwochausgabe) sagte der Flüchtling, sein jüngerer Sohn habe nach der Trittattacke, die beide zu Fall gebracht hatte, "zwei Stunden lang geheult". Es sei ein "harter Tritt" gewesen. Die Flucht mit Said sei sehr gefährlich gewesen, "wir hätten ohne weiteres sterben können", sagte er.

(dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Von Reporterin aus Ungarn getretener Flüchtling bekommt Job in Spanien


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.