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Ahmadinedschad im Irak: "Vor sechs Jahren gab es hier keine Terroristen"

zuletzt aktualisiert: 03.03.2008 - 10:22

Bagdad (RPO). Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bei seinem Besuch im Irak die freundschaftlichen Beziehungen zur Regierung in Bagdad betont und die USA kritisiert. Die Invasion der US-Streitkräfte im Irak habe das Übel des Terrorismus in die Region gebracht, sagte Ahmadinedschad. "Vor sechs Jahren gab es in unserer Region keine Terroristen."

Den Vorwurf, sein Land schüre die Unruhen im Irak, wies der iranische Präsident wiederholt zurück. Ein stabiler und souveräner Irak werde der gesamten Region nützen. Die Amerikaner müssten sich bewusst werden, dass die Iraker sie nicht schätzten, sagte Ahmadinedschad. Offensichtlich genoss er die Unterschiede zu den Besuchen von US-Politikern: Seine Reise war vorher angekündigt, er landete im Tageslicht auf dem internationalen Flughafen von Bagdad.

Innerhalb der Stadt reiste er in einem von der irakischen Armee gesicherten Autokonvoi, am Sonntagabend besuchte er sogar einen bedeutenden Pilgerschrein im Norden der Stadt. Besuche aus den USA werden gewöhnlich nicht angekündigt und beschränken sich auf US-Stützpunkte.

Am (heutigen) Montag sollte Ahmadinedschad vor seiner Abreise nochmals mit Präsident Dschalal Talabani zusammentreffen. Am Sonntag war der Schiit bereits mit dem sunnitischen Präsidenten und dem schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammengetroffen, in der von US-Soldaten streng gesicherten Grünen Zone Bagdads. Die Gespräche seien brüderlich gewesen, hieß es am Wochenende.

Ahmadinedschad ist der erste Staatschef, der das Nachbarland seit der iranischen Revolution besucht. Jahrzehntelang waren beide Länder verfeindet: Noch vor zwanzig Jahren kämpften sie einen blutigen Krieg gegeneinander. Der sogenannte erste Golfkrieg dauerte von 1980 bis 1988 und kostete Schätzungen zufolge eine Million Menschen das Leben. Saddam Hussein hatte den Krieg angezettelt, weil er die Kontrolle über die Ölreserven im Südiran bekommen wollte.

Seit dem Sturz Husseins 2003 haben sich die Beziehungen der ehemaligen Erzfeinde jedoch stetig verbessert. Die Bevölkerung des Irans ist mehrheitlich schiitischen Glaubens. Im Irak gibt es rund 60 Prozent Schiiten, die unter dem Regime Husseins von der sunnitischen Minderheit unterdrückt wurden.

Quelle: ap

 
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