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Regierungsratsmitglied im Irak äußert sich kritisch: Vorwurf: USA haben "ihren Agenten" Saddam ausgetauscht

zuletzt aktualisiert: 31.10.2003 - 11:33

Kuwait-Stadt/Kairo (rpo). Nun äußern sich auch Mitglieder des unter US-Aufsicht gebildeten provisorischen Regierungsrates kritisch gegenüber der US-Politik im Irak. Ein schiitischer Geistlicher warf der US-Regierung vor, mit dem Krieg lediglich "ihren Agenten" Saddam ausgetauscht zu haben.  

Der schiitische Geistliche Mohammed Bahr el Ulum hat der US-Regierung vorgeworfen, sie habe den letzten Irak-Krieg nur geführt, um ihren ehemaligen Verbündeten Saddam Hussein zu ersetzen. "Wir haben die Koalitionstruppen nicht aufgefordert zu kommen, sondern sie sind gekommen, um ihren verbrauchten Agenten Saddam Hussein auszuwechseln", zitierte die kuwaitische Zeitung "Al-Rai Al-Aam" am Freitag Bahr el Ulum. Der schiitische Politiker, der dem unter US-Aufsicht gebildeten provisorischen irakischen Regierungsrat angehört, spielte damit auf die Zusammenarbeit zwischen Washington und dem Regime des inzwischen gestürzten irakischen Machthabers während des Iran-Irak-Krieges (1980-1988) an.

Der US-Armee warf der Geistliche vor, sie habe die Ermittlungen nach dem Autobomben-Anschlag auf Ajatollah Mohammed Bakr el Hakim in Nadschaf bewusst verschleppt. Dem Terrornetzwerk El Kaida und anderen "organisierten Terrorgruppen, die heimlich über die Grenzen in den Irak kommen", drohte Bahr el Ulum mit einem "grausamen Krieg", falls sie ihre Operationen nicht einstellten. "Wir waren lange genug geduldig", sagte er.


 
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