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Türkei beruft Botschafter ab: Wachsende Spannungen auf Zypern

zuletzt aktualisiert: 11.02.2011 - 10:41

Istanbul (RPO). Geplante Kürzungen der finanziellen Unterstützung der Türkei für den türkischen Teil Zyperns haben schwere Spannungen zwischen Ankara und den türkischen Zyprern ausgelöst. Die Ernennung eines neuen türkischen Botschafters für den türkischen Inselteil wurde am Freitag von der Presse in der Türkei als Kampfansage gewertet.

Ankara hatte überraschend seinen Botschafter im türkischen Teil Nikosias abberufen und durch einen Beamten ersetzt, der Kürzungen der finanziellen Zuwendungen durchsetzen soll.

Die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern (KKTC) ist international isoliert und wird nur von der Türkei anerkannt. Wegen eines internationalen Handelsembargos ist der türkische Inselteil auch wirtschaftlich völlig von Ankara abhängig. Rund ein Viertel des KKTC-Haushalts wird aus der türkischen Staatskasse finanziert.

Geplante Gehaltskürzungen in Nordzypern, die auf türkische Sparmaßnahmen zurückgehen, hatten Ende Januar anti-türkische Demonstrationen der türkischen Zyprer ausgelöst. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan warf ihnen daraufhin Undankbarkeit vor.

Nun machte die Erdogan-Regierung mit der Ernennung eines neuen Botschafters deutlich, dass sie bei ihrer Linie bleiben will: Neuer Botschafter ist Halil Ibrahim Akca, der Architekt der jüngsten Sparmaßnahmen. Akcas Ernnenung sei "wie eine Strafe", kommentierte die Zeitung "Cumhuriyet" deshalb am Freitag. Nach Presseberichten werden in der KKTC Forderungen laut, die Regierung solle die Akkreditierung des neuen türkischen Botschafters verweigern.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch in Nikosia und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die international als Vertreterin der Zyprer anerkannte griechische Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das Zypern-Problem ist eines der Haupthindernisse in den EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei.

Quelle: AFP/jre

 
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