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Präsidentschaftswahl
Piñera siegt über gespaltene Linke

Wahl in Chile 2017: Sebastián Piñera gewinnt die Präsidentschaftswahl
Der konservative Kandidat Sebastian Piñera und seine Frau Cecilia Morel feiern den Urnensieg mit Anhängern in Santiago. FOTO: dpa, LR flm
Santiago de Chile. Der konservative Unternehmer Sebastián Piñera erzielt einen klaren Wahlsieg. Er vermeidet aber eine Konfrontation mit der bislang regierenden Mitte-Links-Koalition.

Mit Sebastián Piñeras Wahlsieg in Chile wird der Rechtsruck in Südamerika fortgesetzt. Der Kandidat der Oppositions-Koalition kam am Sonntag nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen auf 54,6 Prozent, der Mitte-Links-Kandidat Alejandro Guillier (64) auf 45,4 Prozent.

Piñera, der schon von 2011 bis 2014 Präsident war, rief seinen unterlegenen Rivalen zur Zusammenarbeit auf, um vor allem die ärmsten Bevölkerungsschichten zu schützen. Das Regierungsprogramm Guilliers enthalte sehr gute Vorschläge, sagte er.

Der jetzt gewählte Präsident hatte die erste Wahlrunde am 19. November mit 37 Prozent der Stimmen gegen 23 Prozent für den Journalisten und Soziologen Guillier für sich entschieden. In dem gleichzeitig neu gewählten Parlament wird die Mitte-Rechts-Koalition um Piñera aber keine Mehrheit haben. Die Mitte-Rechts-Koalition hält 72 der 155 Abgeordnetenmandate und 19 der 44 Senatssitze.

Wahlberechtigt waren 14,3 Millionen Chilenen. Die Wahlbeteiligung lag mit 49 Prozent zwei Prozentpunkte über der des ersten Durchgangs. Der Amtsantritt des neuen Staatschefs in dem südamerikanischen Land ist für den 11. März 2018 vorgesehen.

Nach der Amtsübernahme des Präsidenten Michel Temer in Brasilien und der Wahl von Mauricio Macri in Argentinien hat sich mit der Wahl Piñeras der konservative Umschwung in den größten Ländern Südamerikas bestätigt. Mit der Amtsenthebung der brasilianischen Staatschefin Dilma Rousseff und dem Abgang von Cristina Fernández de Kirchner in Argentinien sowie von Bachelet in Chile werden alle Länder Südamerikas wieder von Männern regiert.

"Es bleiben noch viele Kumpel, die wir von der Armut retten müssen", sagte Piñera vor seinen Anhängern am Sonntagabend. Er hatte es erreicht, sich als Hoffnungsträger in einem relativ wohlhabenden Land klaffender sozialer Ungleichheit aufzustellen. Und somit einen unerwartet soliden Wahlsieg um knapp zehn Prozentpunkte erlangt.

(laha/afp/dpa)
 
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