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Wahl in Großbritannien
Tories verlieren Regierungsmehrheit

Wahl in Großbritannien: Theresa Mays Konservative verlieren Mehrheit
Die konservative Premierministerin Theresa May. FOTO: dpa, TH hjb
London. Theresa May versprach eine "starke und stabile" Führung in Zeiten von Brexit und Terror - aber bei den britischen Wählern zog das nicht. Nun stehen die Konservativen ohne Regierungsmehrheit da, Mays Zukunft ist ungewiss.

Die konservativen Tories von Premierministerin Theresa May haben die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verloren. Das bestätigten am Freitagmorgen veröffentlichte Zahlen, die auf der Auszählung fast aller Stimmen der Parlamentswahl basierten. Die Tories könnten auf insgesamt 319 der insgesamt 650 Sitze im Unterhaus kommen, 309 Sitze sind bislang sicher.

Schock für die Konservativen, Labour-Partei jubelt FOTO: ap, TH

Die Vergabe von 16 Sitzen stand noch aus. Damit steht Großbritannien kurz vor Beginn der Brexit-Verhandlungen eine komplizierte Regierungsbildung bevor - entweder gibt es eine Minderheitsregierung, eine Koalition oder gar eine weitere Neuwahl.

Jeremy Corbyn fordert Mays Rücktritt

May hatte die vorgezogene Wahl mit dem Ziel ausgerufen, die Regierungsmehrheit ihrer Partei im Unterhaus zu vergrößern und sich mehr Rückhalt für die Verhandlungen über den EU-Austritt zu schaffen. Ihr Herausforderer Jeremy Corbyn, dessen Labour-Partei stark zulegen konnte, forderte die Regierungschefin noch in der Nacht zum Rücktritt auf. Sie habe Stimmen, Sitze und Vertrauen verloren, sagte er. Das sei genug, um "zu gehen und Platz zu machen für eine Regierung, die wirklich alle Menschen dieses Landes repräsentiert."

Das ist Theresa May FOTO: dpa, TH abl

Eine erste Prognose nach Schließung der Wahllokale am Donnerstagabend hatte die Tories bereits als stärkste Kraft, aber ohne Regierungsmehrheit gesehen. Hochrechnungen im Lauf der Nacht korrigierten die Zahl der Sitze zwar etwas nach oben, die Marke von 326 Sitzen knackten die Konservativen aber zuletzt der BBC zufolge nicht. Die Liberaldemokraten, die von 2010 bis 2015 mit dem konservativen Premier David Cameron regiert hatten, schlossen eine Koalition und einen "Deal" aus.

Als May im April die Neuwahl ausgerufen hatte, galt noch ein überragender Sieg mit einem Zugewinn von 100 Sitzen für die Tories als wahrscheinlich. Fehler im Wahlkampf und die Sicherheitsdebatte nach den Terroranschlägen in London und Manchester hatten die Premierministerin aber in Bedrängnis gebracht.

(mro/dpa/AFP)
 
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