Nationalisten und Proeuropäer gleichauf: Wahlen in Serbien: Führt der Weg nach Europa?
zuletzt aktualisiert: 11.05.2008 - 08:49Belgrad (RPO). In Serbien werden bei der Parlamentswahl heute die Weichen für die politische Zukunft gestellt. Die Wahllokale öffneten um 7 Uhr (MESZ) und sollen bis 20 Uhr geöffnet bleiben. In jüngsten Meinungsumfragen hatte die ultranationalistische Serbische Radikale Partei (SRS) mit 34 Prozent einen minimalen Vorsprung vor der proeuropäischen Demokratischen Partei (DS) von Präsident Boris Tadic, die auf 33 Prozent kam.
WahlenAn dritter Stelle lag die von der DS abgespaltene Demokratische Partei Serbiens (DSS) des amtierenden Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica mit 12 Prozent, der damit eine entscheidende Bedeutung für die Regierungsbildung zukommen dürfte.
Im Mittelpunkt des Wahlkampfes standen die Unabhängigkeitserklärung des Kosovos sowie die hohe Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 30 Prozent, die Preissteigerung und der Kampf gegen Korruption.
Der 64-jährige Kostunica hat sich öffentlich noch nicht zu einem künftigen Koalitionspartner festgelegt, aufgrund stark nationalistischer Töne im Wahlkampf und Äußerungen enger Mitarbeiter dürfte aber klar sein, dass er zu den Radikalen tendiert. Besonders in der Empörung über die Unabhängigkeitserklärung des früher zu Serbien gehörenden Kosovos und in der scharfen Kritik an der Unterstützung vieler EU-Staaten für diesen Schritt sind sich Kostunica und der Spitzenpolitiker der Radikalen, Tomislav Nikolic, weitgehend einig.
Die bisherige Koalitionsregierung aus DSS und DS war im März am Streit über das Verhältnis zur EU und das weitere Vorgehen nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos zerbrochen.
Bei der Präsidentenwahl am 3. Februar hatte Nikolic nur knapp gegen Amtsinhaber Tadic verloren. Nikolic war während des Kosovo-Kriegs der NATO 1999 stellvertretender Ministerpräsident unter Slobodan Milosevic.
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