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Verwirrung um Vorfall in Las Vegas
Mordanschlag auf Donald Trump?

Fotos: Tycoon, Unternehmer und Präsidentschaftskandidat
Fotos: Tycoon, Unternehmer und Präsidentschaftskandidat FOTO: afp, so
Las Vegas . War es ein Mordversuch? Oder nur eine irre Geschichte?  Ein 20-Jähriger ist am Wochenende in Handschellen in einem Casinohotel in Las Vegas abgeführt worden, weil er Trump nach dem Leben getrachtet haben soll. Von Frank Herrmann

Inzwischen erschien der verdächtige Michael Sandford vor einem Richter, inzwischen haben die Leibwächter des Secret Service Verhörprotokolle veröffentlicht. Doch wie akut das Leben des republikanischen Präsidentschaftskandidaten bedroht war, weiß im Augenblick kein Außenstehender verlässlich zu sagen.

Fest steht, dass Sandford am Sonnabend an einer Wahlkundgebung des Immobilienmilliardärs im "Treasure Island" in Las Vegas teilnahm. Als er sich der Bühne näherte, soll er einen Polizisten gefragt haben, ob der Beamte Trump nicht um ein Autogramm bitten könne. Im nächsten Moment, so steht es in den Protokollen, soll er versucht haben, die Dienstpistole aus dem Halfter des Ordnungshüters zu ziehen, um mit der Waffe auf Trump zu zielen. Es endete damit, dass Sandford niedergerungen und von Uniformierten aus dem Saal geführt wurde, die Hände auf dem Rücken gefesselt.

Keine Wahlveranstaltung ohne Proteste 

Die Geschichte klingt schon deshalb verrückt, weil Trump schon lange keine Halle mehr betritt, ohne dass ein Großaufgebot an Bodyguards eine Art menschliche Mauer um ihn bildet. Keine Wahlveranstaltung des Tycoons, auf der es nicht zu Protesten kommt, bisweilen zu Handgreiflichkeiten. Keine Wahlveranstaltung, auf der der Kandidat nicht genauso gründlich beschützt, von der Menschenmenge abgeschottet wird wie der Präsident der Vereinigten Staaten. Umso aberwitziger mutet an, was Sandford sich in den Kopf gesetzt haben soll.

Angeblich fuhr er am Steuer eines BMW quer durchs Land, vom Ostküstenstaat New Jersey bis in die Wüste von Nevada, um Trump aufzulauern. In Las Vegas angekommen, begab er sich zu einem Schießplatz, um für sein Komplott zu üben. 20 Schüsse soll er aus einer Pistole Marke Glock abgegeben haben. Danach, sagte er seinen Vernehmern, habe er sich bereit gefühlt für das Attentat. Sobald er auf freien Fuß komme, soll er hinzugefügt haben, wolle er ein zweites Mal versuchen, Trump zu töten.

Sandford stammt aus Dorking, einer Kleinstadt in der südwestlich von London gelegenen Grafschaft Surrey. Vor 18 Monaten soll er in die USA eingereist und später geblieben sein, obwohl seine Aufenthaltserlaubnis abgelaufen war. Nach Angaben seiner Mutter leidet er an Zwangsneurose, Magersucht und dem Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus.

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