Foto: ddp
Deutsche Truppen werden eventuell zu Kampfeinsätzen nach Afghanisten verlegt. Was auf sie zukommt, erklären wir Ihnen hier:
Foto: AP
Die Bundeswehr prüft derzeit die Entsendung eines deutschen Kampfverbandes im Rahmen des vom Bundestag beschlossenen ISAF-Mandats. Hintergrund ist, dass Norwegen seine schnelle Eingreiftruppe zurückziehen will. Betroffen wären rund 240 Soldaten.
Foto: AP
Diese so genannte "Quick Reaction Force" (QRF) steht dem ISAF-Regionalkommandeur als Feuerwehrtruppe zur Verfügung. Die Soldaten rücken dann aus, wenn kurzfristig Verstärkungskräfte angefordert werden. Sie stehen aber ebenso als Kampftruppe bereit, um Verbündete oder die afghanische Armee in geplanten Operationen zu unterstützen.
Foto: AP
Im November 2007 gab es beispielsweise einen solchen Einsatz. Da forderte der deutsche General Dieter Warnecke in seiner damaligen Funktion als Regionalkommandeur im Isaf-Nordbereich die QRF an. Während der Operation "Harekate Yolo II" gegen Aufständische wurden die norwegischen Kampftruppen in Gefechte verwickelt und töteten dabei 14 Gegner. Zudem organisierten sie am 5. November den Angriff eine amerikanischen B1-Bombers gegen Stellungen von Aufständischen.
Foto: AP
Wenn die Deutschen Kampftruppen an den Hindukusch schicken, kämen wohl weniger Männer zum Einsatz als bei den Norwegern. Weil bereits deutsche Nachschubeinheiten, Sanitäter und Kommunikationsspezialisten in Nordafghanistan stationiert sind, würde eine deutsche QRF-Einheit weniger Unterstützungstruppen benötigen.
Foto: ddp
Somit könnten die Deutschen mit weniger als 200 Mann auskommen. Dazu würde eine verstärkte Fallschirmjägerkompanie gehören und eine Spezialeinheit, die Kampfjets zur Unterstützung von Bodentruppen zu bestimmten Zielen leiten könnte, sowie Gebirgsjäger und Grenadiere.
Foto: AFP
Neben den ohnehin schon in Nordafghanisten stationierten "Marder"-Schützenpanzern könnte die deutsche Einheit zusätzlich mit Mörsern ausgerüstet werden. Besonders wichtig: ein schnelles Transportsystem. Der Norden Afghanistans hat eine riesige Ausdehnung (fast 1200 Kilometer), da sind schnelle Transporthubscharuber unerlässlich. Die derzeit im Land befindlichen sind jedoch schon fast bis an die Grenzen ausgelastet.
Foto: AP
Allerdings stünden deutsche Truppen bei einem Einsatz im Süden des Landes vor einem Problem. Momentan dürfen sie nur dann tödliche Gewalt anwenden, wenn auf sie geschossen wird.
Foto: ASSOCIATED PRESS
Dies allerdings bedeutet, dass sich formierende Taliban-Einheiten unbehelligt bleiben müssten - es sei denn, diese greifen deutsche Truppen konkret an.
Foto: AP
Solche Vorbehalte widersprechen aber der gängigen Nato-Praxis. Nun wollen die USA am kommenden Donnerstag bei einer Wehrminister-Konferenz in Vilnius Deutschlands Verteidigungsminister Franz Josef Jung zum Umdenken in Sachen Schießbefehl bewegen.
Foto: ASSOCIATED PRESS
Unterdessen plädieren erstmals auch deutsche Politiker für ein Engagement deutscher Verbände im umkämpften Süden des Landes.