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Wegen Gewaltvorwürfen
Schon wieder tritt ein Mitarbeiter des Weißen Hauses zurück

Wegen Gewaltvorwürfen: Schon wieder tritt ein Mitarbeiter des Weißen Hauses zurück
FOTO: dpa, Michael Zehender
Washington . Ein weiterer Mitarbeiter des Weißen Hauses muss wegen Vorwürfen der häuslichen Gewalt seinen Posten räumen. Der Redenschreiber David Sorensen habe nach der Beschuldigung durch seine Ex-Frau seinen Rücktritt erklärt, teilte Vize-Regierungssprecher Raj Shah am Freitag mit.

Zugleich wuchs die Kritik an US-Präsident Donald Trump wegen dessen angeblich zu nachsichtigen Umgangs mit Gewaltvorwürfen in einem anderen Fall. Von den Vorwürfen gegen Sorensen habe das Weiße Haus erst am Donnerstagabend erfahren, erklärte Shah. Er fügte hinzu: "Wir haben den Mitarbeiter sofort damit konfrontiert, er wies die Anschuldigungen zurück und trat heute zurück."

Sorensens Ex-Frau Jessica Corbett hatte ihre Vorwürfe der Zeitung "Washington Post" geschildert. Während ihrer Ehe sei Sorensen mit einem Auto über ihren Fuß gefahren und habe eine Zigarette auf ihrer Hand ausgedrückt. Zudem habe ihr Ex-Mann sie gegen eine Wand geschleudert und an den Haaren gepackt. Sie habe die Vorfälle nicht angezeigt, weil ihr damaliger Mann gute Kontakte zu den Strafverfolgungsbehörden hatte.

Ex-Frau spricht von schwerer Gewalt

Sorensen war im Weißen Haus als Redenschreiber in der Abteilung für Umweltpolitik beschäftigt. Die Stelle hatte keine vorhergehende Sicherheitsüberprüfung erfordert. Corbett schilderte das Verhalten ihres Mannes nach eigenen Angaben jedoch der Bundespolizei FBI, als diese den persönlichen Hintergrund von Sorensen überprüfte.

Sorensen ist bereits der zweite Mitarbeiter des Weißen Hauses, der wegen des Vorwurfs der häuslichen Gewalt in dieser Woche zurücktrat. Erst vor wenigen Tagen war der Stabssekretär von Präsident Donald Trump, Rob Porter, zurückgetreten, nachdem zwei frühere Ehefrauen ihm vorgeworfen hatten, sie physisch und psychisch misshandelt zu haben.

Die Art, wie das Weiße Haus mit den Vorwürfen gegen Porter umging, hatte scharfe Kritik ausgelöst. Der Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, wurde von US-Medien und auch aus der Opposition verdächtigt, die Vorwürfe gegen Porter nicht ernst genug genommen zu haben. Trump wünschte Porter sogar "alles Gute" und prophezeite ihm eine "wundervolle Karriere". Zu den Vorwürfen der beiden Ex-Frauen schwieg der Präsident.

Im Gegenteil: Trump prangerte eine Vorverurteilung der beiden Männer an. "Das Leben von Menschen wird zertrümmert durch eine bloße Anschuldigung", schrieb Trump am Samstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter. "Manche sind wahr und manche falsch. Manche sind alt und manche sind neu."

Es gebe aber "keine Erholung für jemanden, der fälschlicherweise beschuldigt wurde - das Leben und die Karriere sind dahin", warnte der US-Präsident in seinem Tweet. "Gibt es so etwas wie Rechtsstaatlichkeit nicht mehr?", fügte Trump hinzu.

(felt/AFP)
 
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