| 04.21 Uhr

Luftwaffenübung in Ostasien
Weißes Haus erwägt Auflistung Nordkoreas als Förderer von Terror

Washington. Zum Auftakt von US-Präsident Donald Trumps Asienreise erwägt das Weiße Haus, Nordkorea erneut in eine Liste von Staaten aufzunehmen, die als Förderer von Terrorismus bezeichnet werden. Trotz der Spannungen hat Amerika mit Japan und Südkorea eine Luftwaffenübung abgehalten - vor der Haustüre Nordkoreas.

Die Aufführung des ostasiatischen Landes auf dieser Liste werde derzeit erwogen, sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Herbert Raymond McMaster, am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington. Darauf stehen aktuell der Iran, der Sudan sowie Syrien. Nordkorea stand zwei Jahrzehnte lang auf dieser US-Terrorliste. 2008 wurde es im Zuge der Atomverhandlungen von der US-Regierung unter George W. Bush gestrichen.

Mit Blick auf Nordkorea sagte McMaster, es sei deutlich als Terrorakt zu verstehen, wenn ein Regime jemanden mit Nervengift an einem öffentlichen Flughafen töten lasse. Damit spielte er auf Machthaber Kim Jong Uns Halbbruder Kim Jong Nam an, der Anfang des Jahres ums Leben kam. Nordkorea wieder auf die Liste der Förderer von Terrorismus zu nehmen, komme daher in Frage.

Am Freitag wird Trump seine Asienreise nach Japan, Südkorea, China, Vietnam und auf die Philippinen beginnen. Angesichts der jüngst scharfen Rhetorik zwischen den USA und Nordkorea betonte McMaster, der Präsident dürfe sich auf einer Asienreise frei äußern. "Er kann die Sprache benutzen, die er will", sagte der Sicherheitsberater. "Das war eine der besten Bestätigungen für unsere Verbündeten, Partner und andere in der Region, die unter dem Druck des Regimes stehen." Die nukleare Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel sei das einzig plausible Ergebnis aller Verhandlungen. McMaster forderte besonders China auf, bei der Umsetzung dieses Ziels zu helfen.

Luftwaffenübung mit Partnern in Asien

Inmitten der Spannungen mit Nordkorea haben die USA mit Südkorea und Japan eine gemeinsame Luftwaffenübung abgehalten. US-Bomber vom Typ B-1B überflogen am Donnerstag Südkorea, wie die US-Luftwaffe mitteilte. Die Flüge der überschallschnellen, strategischen Langstreckenbomber erzürnen Pjöngjang regelmäßig. Nordkorea betrachtet die Übungsflüge als Drohung.

Zwei der US-Bomber starteten am Donnerstag vom Luftwaffenstützpunkt auf Guam, in der Luft stießen japanische Kampfjets hinzu. Über dem Gelben Meer schlossen sich ihnen dann japanische Kampfflugzeuge an, wie die Luftwaffe erklärte. Die Übung sei Teil einer Mission "ständiger Bomberpräsenz" im Pazifik und keine Reaktion auf ein aktuelles Ereignis gewesen, hieß es weiter.

(sbl/ap/AFP)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Weißes Haus erwägt Auflistung Nordkoreas als Förderer von Terror


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.