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"Ressourcen im Land effektiver einsetzen": Weltbank kritisiert Qualität von Schulen und Kliniken für Ärmste

zuletzt aktualisiert: 21.09.2003 - 11:52

Dubai (rpo). Nach einer neuen Studie der Weltbank lassen die Schulen und Kliniken für die Ärmsten in vielen Teilen der Welt sehr zu wünschen übrig.

Ohne eine erhebliche Verbesserung sei das Ziel der Vereinten Nationen, die Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren, nicht zu erreichen, warnt die Weltbank in ihrem neuen Weltentwicklungsbericht. Der Report wurde bei der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) am Sonntag in Dubai veröffentlicht. Die Weltbank fordert reiche Länder auf, mehr Geld zu geben und Empfängerländer, die Finanzierung von Einrichtungen an Erfolgsforderungen zu knüpfen.   

Bei Überraschungsbesuchen in 200 indischen Grundschulen hätten die Autoren festgestellt, dass in der Hälfte überhaupt kein Unterricht stattfand, schreibt die Weltbank. In Äthiopien seien 45 Prozent der Grundschullehrer am mindestens einem Tag der Woche vor dem Besuch gar nicht zum Unterricht gekommen. In El Salvador beschwerten sich Dorfbewohner, dass die einzige Krankenstation weit und breit nur zwei Mal in der Woche für ein paar Stunden besetzt gewesen sei.    

"Um die Lebensbedingungen zu verbessern, ist Wirtschaftswachstum notwendig, dieser ist aber nicht genug", sagte der Chefökonom der Weltbank, Nicholas Stern. "Um die UN-Ziele zu erreichen, müssen mehr Gelder von außen kommen und die Ressourcen im Land effektiver eingesetzt werden." Die Weltbank betont, dass die Erhöhung der Ausgaben allein nicht reicht. Die Qualität von Bildungs- und Gesundheitsdiensten müsse rigoros überprüft werden.    

Die Weltbank fordert, die Nutznießer selbst stärker zu beteiligen, etwa durch Elterninitiativen an Schulen. Sie verlangt von Regierungen bessere Qualitätskontrolle und mehr Transparenz. Wenn Menschen wüssten, wie es um Schulen und Krankenhäuser in ihrer Gegend bestellt sei, könnten sie stärkeren Druck auf Behörden und Politiker ausüben. Gutes Management von Schulen und Kliniken könne finanziell belohnt, schlechter Service bestraft werden.    

Als positive Beispiele nennt die Weltbank Programme in Mexiko, die Familien mit Geld belohnten, wenn sie ihre Kindern regelmäßig zur Schule und zum Arzt schickten. Die Kinderkrankheiten seien dabei um 20 Prozent zurückgegangen. Acht Prozent mehr Mädchen seien zu weiterführenden Schulen geschickt worden. In Benin, Guinea und Mali sei die Kindersterblichkeit erheblich zurückgegangen, nachdem Dörfer Budgets für Krankenstationen selbst verwalten durften und die Krankendienste aktiv mitgestalten durften.


 
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