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Iraq US Troops AP 2009 Panorama
  Foto: AP, AP

Countdown, Feuerwerk, Tanz: Wie Iraker den US-Truppenabzug feiern

zuletzt aktualisiert: 01.07.2009 - 17:21

Bagdad/Basra (RPO). Countdown im staatlichen Fernsehen, buntes Feuerwerk über Bagdad und begeisterte Massen: Die Iraker haben den Beginn des amerikanischen Truppenabzugs aus den großen Städten des Landes ausgelassen gefeiert. Selbst die irakischen Sicherheitskräfte tanzten auf den Straßen - mit den Gewehren in der Hand.

Die US-Streitkräfte hatten die Verantwortung für die Sicherheit in Bagdad, Basra und andere große Städten in der Nacht zu Dienstag der irakischen Regierung übergeben. Das staatliche Fernsehen hatte die letzten Minuten bis zum Ereignis in einem Countdown heruntergezählt, tausende besuchten ein Fest in einem Park der irakischen Hauptstadt und beobachteten ein buntes Feuerwerk.

"Alle sind heute glücklich - Schiiten, Sunniten und Kurden", sagte einer der Festbesucher, Walid al Bahadili. "Die Amerikaner haben uns zu sehr beleidigt und geschadet." Die irakische Regierung erklärte den 30. Juni zum Feiertag.

Auch am Tag danach war die Welle der Euphorie noch immer nicht abgeebbt, es herrschte weiter Volksfest-Stimmung. Jubelnde Bürger trugen ihre Kinder auf den Schultern, hielten Fahnen hoch und tanzten vor Freude. Auch irakische Sicherheitskräfte ließen sich von der Hochstimmung anstecken. In Siegerpose präsentierten sie sich auf fahrenden Jeeps - das Bild glich einer Parade. 

US-Präsident Barack Obama sprach von einem großen Schritt auf dem Weg zur Souveränität des Iraks und der Beendigung des Krieges. Die Iraker würden diesen Tag zurecht feiern. Er warnte aber auch, dass dem Land noch schwere Tage bevorstünden.

Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki sagte in einer Fernsehansprache: "Wer denkt, dass die Iraker nicht fähig sein werden, ihr Land zu schützen und dass der Abzug der ausländischen Truppen ein Sicherheitsvakuum erzeugt, begeht einen großen Fehler."

Ziel der US-Invasion von 2003 war der Sturz des Regimes von Saddam Hussein gewesen. Die militärische Intervention wurde jedoch damit begründet, dass der Irak Massenvernichtungswaffen entwickelt haben soll, was sich allerdings als unrichtig erwies. In dem Krieg kamen mehr als 4.300 US-Soldaten und mehrere zehntausend Iraker ums Leben.

In Bagdad und anderen Städten bleiben jetzt kleinere US-Einheiten zurück, um die irakischen Streitkräfte weiter auszubilden. In den ländlichen Regionen und in den grenznahen Gebieten setzen die US-Streitkräfte ihren Kampfeinsatz zunächst weiter fort, allerdings nur mit Zustimmung der irakischen Regierung.

 US-Präsident Obama hat den Abzug aller Kampftruppen bis August 2010 beschlossen. Bis 31. Dezember 2011 sollen dann alle US-Soldaten das Land verlassen haben.


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